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„Vergesst das eBook – it’s the link, stupid“ / Vortrag von Andreas von Gunten (10.12.2014)

17. März 2015 ·

Datum: 10.12.2014
Ort: Deutsches Seminar, Zürich

Silvia Meyer-Denzler (Text)

Andreas von Gunten (http://buchundnetz.com/) hat sicher Freude daran, wenn wir hier seine Website verlinken, denn Links seien das wichtigste Element des Netzes und nur so könne man sich kollektiv weiterentwickeln. Dies ist einer der wichtigsten Sätze, die er uns an diesem gut besuchten und unterhaltsamen Abend mitgegeben hat. Er ist überzeugt davon, dass das eBook lange vor dem gedruckten Buch aussterben wird, denn die Zukunft seien Websites, die verlinkt werden können. Ohne Links und natürlich auch Verlinkungen auf bzw. von Websites werden elektronische/digitalisierte „Bücher“ untergehen. Mit einem Zitat von Jeff Jarvis „Do what you do best and link to the rest“ zeigte er uns ebenfalls, dass die Welt in Zukunft noch stärker aus Links bestehen wird.
Da der ganze Vortrag aus einem Feuerwerk an teilweise provozierenden Sätzen und Vergleichen bestand, möchte ich einige davon aufzählen. Es entspricht durchaus der Vortragsweise, dass daraus nicht ein logisch aufgebauter Text wird.

  • E-Books haben einige Probleme (Thema „Ausleihe“)
  • Der Buchhandel und Autoren bzw. Autorinnen verharren im Status quo: Zuerst wird eine Printausgabe produziert und nachher ev. noch ein E-Book daraus erstellt (buchundnetz macht es umgekehrt)
  • www: neue Technologie würde auch einen Paradigmenwechsel erfordern
  • Piratenjagd unter dem Deckmantel des Urheberrechts gefährdet das freie Netz
  • Die im deutschsprachigen Raum jährlich produzierten 90‘000 Bücher haben nur ein kurzes „window of opportunity“. Schnell werden sie nicht mehr wahrgenommen. Im Netz besteht eine grössere Chance auch für ältere Publikationen (durch Verlinkungen), dass sie wieder entdeckt werden
  • Bei digitalen Produkten sind die Kosten nahezu Null
  • Sein Traum: Jedes Buch als Website ins Netz
  • Klassische Verlage wird es nicht mehr lange brauchen – Autoren und Autorinnen werden alles selber machen und mehr an ihren Publikationen verdienen
  • Frei oder gratis? Freier Zugang zu Inhalten ist nicht dasselbe wie Frei-Bier oder die Mär von der Kostenlos-Kultur im Internet
  • E-Commerce-Umsätze explodieren
  • Man mag nicht nur dem billigsten Preis „nachseckeln“ (Getränkeverkauf im Hauptbahnhof Zürich hat trotz grossem Preisunterschied sowohl beim Grossverteiler als auch am Buffet nahe den Gleisen seine Berechtigung). Desgleichen haben freier Zugang zur Website und die daraus erstellte kostenpflichtige Print-Publikation ihre Daseinsberechtigung (Verlagsmodell von buchundnetz)
  • „Scheiss-Kopierschutz“ – DRM-frei!
  • Bibliotheken könnten Inhalte selber produzieren
  • Bibliotheken sammeln und archivieren – sie müssen die Inhalte zugänglich machen – kuratieren

Gerne weise ich auch auf den Blog von Andreas von Gunten hin, denn dort finden sich noch mehr Weisheiten von ihm.

Die Folien des Vortrags finden sich hier.

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