Einrichtung: Bibliothek Pérolles2 (BP2), eine Bibliothek der Universität Freiburg, spezialisiert auf Wirtschafts-, Sozial-, Sportwissenschaften und Informatik.
Funktion: Informations- und Dokumentationsspezialistin FH
Bibliothekarische Ausbildung: Bachelorstudium in Information und Dokumentation an der HTW in Chur
Wie kamst Du ins Bibliothekswesen?

Als ich noch im Primarschulalter war, arbeitete meine Mutter als Bibliothekarin SAB in unserer Gemeindebibliothek. Nach der Schule wartete ich ab und zu in der Bibliothek auf sie, bis sie fertig gearbeitet hatte, und schaute ihr interessiert zu. Ich durfte manchmal sogar bei der Ausleihe helfen (damals noch mit einem Steckzettelkasten und Lesertäschli), das Ausleihdatum ins Buch stempeln sowie die neuen Bücher mit HAWE-Folie überziehen…
Diese ersten Erfahrungen hinter dem Ausleihschalter und die Begeisterung für Bibliotheken schlummerten dann aber während langer Zeit in mir. Denn eigentlich wollte ich nach der gymnasialen Matura einen anderen Weg einschlagen. Ich musste aber bald feststellen, dass der ursprünglich gewählte Beruf nicht zu mir passt.
Aus Zufall und mit etwas Glück stiess ich auf die Ausschreibung einer Vorpraktikumsstelle in der Bibliothek der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern (gibb) und fand anhand der Beschreibung: „He, das ist doch genau das, was ich suche!“. Der Beruf hat viel mit Menschen zu tun, auf die man eingehen können muss, aber auch eine ausgeprägte „administrative“ Seite. Also informierte ich mich über die I+D-Ausbildung, bewarb mich für die Praktikumsstelle und konnte sie ein paar Monate später antreten.
Mit dem FH-Studium war ich dann definitiv in der Welt der Bibliotheken angekommen – wo ich mich auch heute noch zu Hause fühle.
Was sind Deine heutigen Aufgaben?
Ich mache selber zwar nicht mehr viel Ausleihdienst, bin aber dafür zuständig, dass die Prozesse am Ausleihschalter sauber ablaufen, die Dokumentation à jour ist, ich erstelle den Einsatzplan für die studentischen Hilfskräfte und erledige diverse andere Aufgaben, welche in dem Bereich anfallen.
Für Gruppen, die an unserer Bibliothek oder unseren Fachgebieten interessiert sind, führe ich ausserdem Schulungen und Führungen (in deutscher und manchmal in französischer Sprache) durch.
Daneben mache ich weitere Schulungen für Studierende der Universität Freiburg. Im Rahmen der Vermittlung von Informationskompetenz müssen die (meisten) Studierenden eine Einführung unter anderem in die Katalog- und Datenbankrecherche besuchen.
Dieser Kontakt mit den verschiedenen Studierenden macht meine Arbeit unglaublich interessant. Schon nur zu beobachten, wie unterschiedlich das Verhalten und die komplett verschiedenen Arbeitsweisen der Studierenden aus den diversen Fachgebieten sind…
Ausserdem bin ich Functional Expert für SLSP im Bereich Fulfillment und Resource Sharing für die UB Freiburg.
Was ist Dir bei der Arbeit besonders wichtig?
Mir ist wichtig, dass die Arbeit und die Dienstleistungen an die Bedürfnisse der Benutzenden angepasst sind. Für sie machen wir ja schliesslich die ganze Arbeit.
Was ist das Einzigartige in Deiner Bibliothek?
Die Aussicht aus unserer Bibliothek ist grandios! Man hat einen phantastischen Blick in die idyllische Schlucht des Pérolles-Sees. Und wenn man im 4. Stock am richtigen Ort steht, sieht man sogar die Kathedrale von Freiburg und die Poya-Brücke.
Was darf an Deinem Arbeitsplatz nie fehlen?
Ein schneller Computer, eine Flasche Wasser und aufgestellte ArbeitskollegInnen.
Was war der beste berufliche Ratschlag, den Du je bekommen hast?
Ein Dozent in Chur riet uns ziemlich am Anfang des Studiums: „Seien Sie eklektizistisch!“ Gemeint war damit, dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss, sondern bei den anderen schauen, wie sie was machen, und dann die positiven Elemente übernehmen soll. Diesen Ratschlag befolge ich so oft wie möglich und mit gutem Gewissen.
Was sind Deine bevorzugten Informationsquellen, um auf dem Laufenden zu bleiben?
Die E-Mails von der Mailingliste von swiss-lib, diverse Zeitschriften, die Veranstaltungen der IG WBS, Bibliosuisse, AGIK und nicht zu vergessen der Austausch mit Berufskolleginnen und -kollegen.
Bist Du in den Sozialen Netzwerken unterwegs?
Ja, Soziale Netzwerke sind für mich sehr wichtig – allerdings bevorzuge ich diejenigen Netzwerke, die offline funktionieren, für die Arbeit bin ich schon genug online unterwegs 😉
März 2019
