• Skip to primary navigation
  • Skip to main content
IG WBS

IG WBS

Interessengruppe Wissenschaftliche Bibliothekar:innen Schweiz

  • Über uns
    • Mitglied werden
    • Statuten
    • Vorstand
  • Aus- und Weiterbildung
  • Veranstaltungen
  • Intern
    • Berichte
    • Mitglieder im Fokus
    • Aus dem Vorstand
    • Info WBS
    • Mitgliederverzeichnis
  • Anmelden
  • Show Search
Hide Search

Serendipity und Design Thinking in La Werkstadt (1. März 2019)

8. März 2019 ·

Arbeitsräume, die Austausch und Serendipity fördern sollen: Einige Mitglieder der IG WBS lernten am 1. März 2019 das Konzept hinter dem Coworking Space La Werkstadt in Biel kennen. Dabei entdeckten sie Bekanntes und eine mögliche neue Rolle für BibliothekarInnen.

Kaum sind wir durch die Tür getreten, werden wir von Marc Wenig herzlich begrüsst. Er ist der «Host», er ist zuständig dafür, dass sich alle Besucherinnen und Besucher in La Werkstadt wohl fühlen und sich im Coworking Space der Swisscom in Biel zurechtfinden.

Noch bevor er uns die Kaffee-Maschine gezeigt hat, erzählt er schon von seinen Reisen, seinem Frust mit der Arbeitswelt und dass er das Reise-Ich nach einer Auszeit in sein neues Arbeitsleben herübergerettet hat.

Der Kaffee ist übrigens im Halbtagespass inbegriffen, die hippen Süssgetränke sind allerdings den Membern mit Abo vorbehalten.

Viel Kaffee

BibliothekarInnen, die sich die – immer noch oft vorhandene – konzentrierte Stille in ihren Bibliotheksräumen gewohnt sind, mögen anfangs irritiert sein von der Atmosphäre in La Werkstadt. Ob jemand telefonierend herumwandert oder ob sich eine Gruppe lauthals in Englisch mit unterschiedlichen Akzenten unterhält, es stört niemanden.

Einige der Leute auf den Sofas oder an den Tischen in unterschiedlichen Höhen haben zwar Kopfhörer aufgesetzt, aber auch die übrigen BesucherInnen tippen konzentriert in ihre Laptops.

Die drei Mitglieder der IG WBS, die einen Nachmittag lang den Coworking Space nutzten, berichten von hoher Produktivität. Sitzungen wurden geplant, Webseiten aktualisiert und Referate vorbereitet.

Die Infrastruktur trägt einiges dazu bei: WLAN gehört zur Grundausstattung, ebenso Whiteboards und Flipcharts inklusive Schreibmaterial, alles zur freien Verfügung. Und eben der Kaffeeautomat, eines der wichtigsten Geräte im Haus.

  • Denkwerkzeug
  • Vorstandsarbeit in La Werkstadt

Physische Räume in einer digitalisierten Welt

Gegen Abend erläutert Marc einer nun etwas grösseren Gruppe von IG WBS-Mitgliedern das Konzept hinter La Werkstadt. Diese kann ganz unterschiedlich genutzt werden: als Büro, als Sitzungszimmer, für Treffen mit Kunden oder als inspirierende Werkstatt. «High tech» und «high touch» sollen sich ergänzen: Das hoch digitalisierte Haus ist mit viel Holz und zahlreichen Pflanzen ausgestattet – auch auf der einladenden Dachterrasse mit Sicht auf den Bahnhof Biel.

  • Dachterrasse mit Aussicht
  • im Sitzungszimmer
  • Inspiration zum Mitnehmen

Im Erdgeschoss heisst das Schlagwort «assisted serendipity». La Werkstadt will nicht nur einen Raum zur Verfügung stellen, wie es andere Coworking Spaces oder auch Bibliotheken tun. Kreativität und zufällige Begegnungen werden aktiv gefördert. Deshalb wird jede Besucherin vom Host kurz gefragt, wer sie sei und was sie gerade mache, so dass der Host sie allenfalls mit anderen BesucherInnen, die über entsprechende Kompetenzen verfügen oder an ähnlichen Themen arbeiten, vernetzen kann.

«Marktplatz der Kompetenzen»

Regelmässige NutzerInnen können Teil werden des internen Netzwerks und sich mit ihren Kompetenzen und Interessen präsentieren, um so eine weitere Vernetzungsmöglichkeit zu schaffen, ein «physisches LinkedIn», wie Marc es nennt. So entstehe ein Marktplatz der Kompetenzen, den die rund 200 Mitglieder sehr zu schätzen wissen.

Am meisten Interaktion geschieht aber dennoch jeweils an den Events, beispielsweise an Kursen, Konzerten oder am Community Lunch: beim gemeinsamen Mittagessen, dem «Learning Lunch», präsentiert ein Member eine Idee oder ein neues Produkt und bittet um Feedback.

Ganz bewusst will sich La Werkstadt nicht für Studierende öffnen, auch wenn einzelne das kostenpflichtige Angebot nutzen. Einerseits haben Studierende in den Bibliotheken bereits Arbeitsplätze zur Verfügung. Andererseits soll es in La Werkstadt eben nicht um gemeinsames einsames Lernen oder Arbeiten gehen, sondern um den Austausch, der kaum leise vonstattengehen kann.

Design Thinking als Philosophie

Die Räume in den oberen Stockwerken der La Werkstadt werden oft von grösseren Gruppen oder Firmen gebucht. Flexibles Mobiliar bis hin zu Tischen, die sich in Whiteboards verwandeln können, sollen die Denkräume öffnen und Kreativität ermöglichen.

Passendes Arbeitsmaterial ist in allen Räumen im Überfluss vorhanden, nur die Kaffee-Maschine ist bewusst im Erdgeschoss platziert, wieder mit dem Hintergedanken, zufällige Begegnungen – Serendipity – zu ermöglichen.

Die oberen Stockwerde sind von der Philosophie hinter der Methode des Design Thinkings geprägt. Design Thinking dürfte zumindest einigen Mitgliedern der IG WBS bereits bekannt sein (passwortgeschützt). La Werkstadt bietet Trainings in Design Thinking an für Firmen oder andere Gruppen.

Die Community der Members kann diesen als potentielle Kunden dienen, die einen Prototypen testen. Die Hosts gehen zum Teil im Auftrag von Firmen auf die NutzerInnen des Coworking Spaces zu, um Feedback auf diese Prototypen einzuholen – eine weitere Art des Austauschs. Immer im Zentrum: Möglichkeiten zum Ausprobieren, um Produkte rasch auf ihre Funktionalität und Markttauglichkeit zu testen.

  • Konzeptarbeit physisch und digital

Neue Rolle für BibliothekarInnen?

Bibliotheken und La Werkstadt haben einiges gemeinsam. Serendipity ist zumindest in Bibliotheken mit Freihandbestand oder entsprechenden Katalog-Features kein Fremdwort. Ansprechende Lernräume bieten die meisten Bibliotheken inzwischen an. Und letzten Endes sind ja beispielsweise Library Labs oder Makerspaces wie diejenigen der ETH oder der HTW Chur von der Idee her durchaus ähnlich wie La Werkstadt in Biel.

Anknüpfungspunkte sind also vorhanden, und besonders für die Gestaltung und Nutzung neuer (Bibliotheks-)Räumlichkeiten kann ein Besuch der La Werkstadt durchaus Inputs liefern. Nur die Rolle des «Hosts», des aktiven Vernetzers ist wohl für die meisten BibliothekarInnen (noch) ungewohnt.

 

März 2019
Catrina Dummermuth & Susanna Truniger, IG WBS

Technologie und Innovation IGWBS-Veranstaltung, Lernort, Library Lab, Makerspace, Vernetzung

IG WBS

Copyright © 2026 · Interessengruppe Wissenschaftliche BibliothekarInnen Schweiz
eine Vereinssektion von Bibliosuisse

  • Impressum
  • Datenschutz
Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.