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Interessengruppe Wissenschaftliche Bibliothekar:innen Schweiz

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Rudolf Mumenthaler – Mitglied im Fokus

19. Dezember 2020 ·

Einrichtung: Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (bis 31.12.2020), Universitätsbibliothek Zürich (ab 1.1.2021)
Funktion:
Direktor
Bibliothekarische Ausbildung:
keine (wirklich!)

Wie kamen Sie ins Bibliothekswesen?

Begonnen hat meine Laufbahn im Bibliothekswesen als Assistent am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich. Von 1991 bis 1997 war ich hier unter anderem mit zwei Kolleg*innen für die Erwerbung und Katalogisierung von Fachbüchern zuständig. Ich habe damals eine FileMaker-Datenbank eingerichtet, mit der wir die Karteikärtchen dann ausdrucken konnten, was gegenüber der Schreibmaschine eine grosse Erleichterung war. Nach der Promotion stand ich vor der Wahl zwischen akademischer Laufbahn (mit einem Habilstipendium oder einer befristeten Anstellung an einem Forschungsinstitut) und der Bibliothekswelt. Ich habe mich für letzteres entschieden und übernahm die Leitung der Wissenschaftshistorischen Sammlungen der ETH-Bibliothek. Dort habe ich mich von Anfang an mit Datenbanken und mit der Digitalisierung beschäftigt. So kam ich also als Quereinsteiger und ohne bibliothekarische Ausbildung ins Bibliothekswesen. Und schon bald zeigte sich, dass es wirklich extrem spannend war. Nochmals zur Ausbildung: Ich habe zwar den Kurs für Wissenschaftliche Bibliothekare ins Auge gefasst. Doch dann habe ich mich für eine Management-Weiterbildung entschieden. Und als ich dann selber zu unterrichten anfing, bestand die eigene Aus- und Weiterbildung vor allem in der Vorbereitung und Vertiefung der Themen Digitalisierung und Archivierung, später Soziale Medien und Innovationsmanagement. Schliesslich führte mich mein Weg dann doch wieder zurück in eine akademische Laufbahn, als ich 2012 als Professor für Bibliothekswissenschaft an die HTW Chur kam. Nach fünf Jahren in dieser Funktion ging es wieder zurück in die Praxis, als Direktor der ZHB Luzern.

Welche Aufgaben hält die Zukunft für Sie bereit?

Da nehme ich jetzt gerne Bezug auf die kommenden Aufgaben. Ich habe mich entschieden, eine noch grössere Herausforderung anzunehmen und werde die Direktion der neuen Universitätsbibliothek Zürich übernehmen. Lustigerweise schliesst sich dann der Kreis wieder mit dem Beginn an einer Lehrstuhlbibliothek an derselben Institution meiner «Alma mater». Was genau auf mich zukommt, weiss ich noch nicht genau – oder es beginnt sich jetzt langsam herauszukristallisieren. Das zeigt, dass ich wohl veränderungsfreudiger bin als die meisten anderen zumindest in unserer Branche. Ich weiss, dass ich die Verantwortung für ein sehr spannendes und ambitioniertes Projekt übernehmen werde. Und damit auch für die Gestaltung der Arbeit von rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Bibliotheken, die unter dem Dach der UBZH zusammengeführt werden. Ich werde also Direktor eine Organisation, die es noch gar nicht gibt. Auch das finde ich ziemlich aufregend. Ab 1.1.2022 sollte ich dann «ordentlicher» Direktor der neuen UBZH werden.

Auf welche Aufgaben freuen Sie sich in der neuen Position? Und wovor haben Sie Respekt?

Da gibt es von beidem viel. Ich habe viel Vertrauen in mich gespürt, weshalb ich diese wirklich grosse Herausforderung angenommen habe. Ich freue mich auf die neue Aufgabe und habe gleichzeitig grossen Respekt davor. Es wird darum gehen, zusammen mit den Mitarbeitenden und den unterschiedlichen Stakeholdern an der Universität die neue Organisation aufzubauen und die Aufgaben sinnvoll umzusetzen. Es wird sich für sehr viele Mitarbeitende die Arbeit verändern. Ich freue mich auf Umsetzung dieses Change-Prozesses und habe mir das Ziel gesetzt, dies zusammen mit den Mitarbeitenden zu tun. Aber ich weiss, dass das noch nicht genügt. Es gilt auch die Betroffenen an den Instituten und Fakultäten mit ins Boot zu holen oder sie weiterhin auf dem gemeinsamen Boot zu halten. Denn auch hier gibt es einige noch ungelöste Fragen und auch Skepsis gegenüber dem Projekt. Mein Ziel ist es, die Kritiker mit guten bis hervorragenden Dienstleistungen zu überzeugen. Und dafür wiederum braucht es die überzeugten und überzeugenden Mitarbeiter*innen. Respekt habe ich vor der Universität und ihren Mechanismen.

Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders wichtig?

Die Zusammenarbeit mit Menschen. Sie muss fair und respektvoll sein, wertschätzend und wohlwollend. Dabei gehe ich gerne mit gutem Beispiel voran, erwarte aber, dass die Mitarbeitenden mitziehen. Ich schätze konstruktive Kritik, weil sie erst Verbesserungen ermöglicht. Ich habe weder an mich noch an andere den Anspruch, perfekt zu sein. Mir ist aber wichtig, dass wir uns ständig weiterentwickeln und verbessern. Man kann einen Fehler machen, aber man sollte ihn nicht ein zweites Mal tun, sondern daraus lernen.

Was darf an Ihrem Arbeitsplatz nie fehlen?

Netzwerk. Ich meine damit das technische. Ich arbeite komplett digital und wäre aufgeschmissen ohne Zugang zum Netz. Und ohne menschliches Netzwerk könnte ich auch nicht funktionieren, aber das baue ich mir selber auf. Auf meinem Schreibtisch steht immer auch ein Foto meiner mittlerweile erwachsenen Kinder. Wobei ich gerade feststelle, dass ich wieder mal ein aktuelles brauchen könnte.

Was war der beste berufliche Ratschlag, den Sie je bekommen haben?

Eine eher flüchtige Bekannte hat mich damals auf das Inserat für die Stelle des Leiters der Wissenschaftshistorischen Sammlungen der ETH-Bibliothek hingewiesen. Dieser Tipp war goldrichtig.

Was sind Ihre bevorzugten Informationsquellen, um auf dem Laufenden zu bleiben?

Soziale Medien sind immer noch gut, wenn man es schafft, den Überblick zu behalten. Und dann sicher auch Fachzeitschriften, von denen ich ja eine mitherausgebe: die Informationspraxis. Fachtagungen sind eine weitere wichtige Quelle. In diesem verflixten Jahr 2020 war der virtuelle Bibliothekartag #vBIB20 eine sehr gelungene Veranstaltung. Tatsächlich debattieren wir gerade aktuell (Stand 28. Oktober) auf Twitter über mögliche Formate und Methoden, wie man als Praktiker*in sich über laufende Entwicklungen à jour halten kann.

Gibt es ein Buch, einen Artikel oder einen Blogbeitrag, den Sie den
Mitgliedern der IG WBS empfehlen möchten?

Ich erwähne jetzt ganz frech das aktuelle Heft der Informationspraxis u.a. mit Beiträgen zur Open Access Transformation, einem Fallbeispiel zu Peer-Review und einem Erfahrungsbericht zum #vBIB20-Experiment. Gleichzeitig möchte ich gerade die Wissenschaftlichen Bibliothekar*innen ermuntern, öfter selber zu schreiben. Und wenn, dann unter einer OA-Lizenz zu publizieren.

Sind Sie in den Sozialen Netzwerken unterwegs?

Das bin ich (smile!). Beruflich kann man sich gerne via Twitter oder via LinkedIn mit mir vernetzen. Auf Facebook oder Instagram findet man vor allem Fotos von Wanderungen, die ich in meiner Freizeit mache. Und da bin ich einigermassen konsequent privat unterwegs. Mein Blog war vor allem in der Zeit als Forschender an der Fachhochschule ein wichtiges Medium für mich. Als Direktor einer Einrichtung kommuniziere ich nun vor allem in dieser Rolle und habe entsprechend weniger mitzuteilen in meiner Rolle als unabhängige Fachperson. Aber immerhin die Liste der Publikationen und Vorträge ist aktuell.

Dezember 2020

Mitglieder Mitglied im Fokus (Portrait)

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