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Männer in Bibliotheken: das andere Geschlecht

23. März 2012 ·

RB 57, März 2012
Marianne Ingold

Ein männlicher Zugang zur Genderthematik im Bibliothekswesen scheint im deutschsprachigen Raum nicht zu existieren (falls dieser Eindruck täuscht, bitte um Mitteilung!). In den USA dagegen haben sich seit den 1950er Jahren verschiedene Autorinnen und Autoren auch mit dem Mann als Bibliothekar befasst.

1992 publizierte James Carmichael die Ergebnisse einer umfassenden empirischen Studie von Biblio­thekaren. Ein Folgeartikel von 1994 enthält auch kritische Kommentare von weiblicher Seite.

  • Carmichael, James V. Jr. (1992): The Male Librarian and the Feminine Image: A Survey of Stereotype, Status, and Gender Perceptions. In: Library and Information Science Research 14(4), 411-446. Online-Version ohne Illustrationen: http://libres.uncg.edu/ir/uncg/f/J_Carmichael_Male_1992.pdf
  • Carmichael, James V. Jr. (1994). Gender issues in the workplace: Male librarians tell their side. In: American Libraries 25(3), 227-230. http://www.jstor.org/stable/25633191

Der Artikel von Thad E. Dickinson bietet einen historischen Zugang zum Stereotyp des Bibliothekars seit dem 17. Jahrhundert:

  • Dickinson, Thad E. (2002): Looking at the Male Librarian Stereotype. In: The Reference Librarian 37(78), 97-110. DOI:10.1300/J120v37n78_07

Eine 2001 publizierte Befragung von Paul S. Piper und Barbara Collamer ergab unter anderem, dass die sogenannte „glass escalator„, das männliche Gegenstück zur gläsernen Decke, in Bibliotheken tatsächlich existiert, von den rascher und einfacher als Frauen in höhere Positionen beförderten Männern aber oft auch als Druck empfunden wird:

  • Piper, Paul S.; Collamer, Barbara (2001): Male Librarians: Men in a Feminized Profession. In: The Journal of Academic Librarianship 27(5), 406-411. DOI:10.1016/S0099-1333(01)00226-9.

 Andrew Hickey schliesslich führte während mehrerer Jahre Tiefeninterviews mit drei Bibliothekaren einer wissenschaftlichen Bibliothek in Australien, die zeigen, dass die Zugehörigkeit zu einer Minderheit am Arbeitsplatz nicht nur Auswirkungen für die Männer selbst, sondern auch für die Organisation als Ganzes haben kann:

  • Hickey, Andrew (2006): Cataloguing men: Charting the male librarian’s experience through the perceptions and positions of men in libraries. In: The Journal of Academic Librarianship 32(3), 286-295. DOI:10.1016/j.acalib.2006.02.009

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