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Interessengruppe Wissenschaftliche Bibliothekar:innen Schweiz

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LILAC, Universität Manchester (25.03-27.03.2013)

23. Juni 2013 ·

Silke Bellanger (Text und Bilder)

Die jährliche LILAC-Tagung (Librarians’ Information Literacy Annual Conference) der Information Literacy Group von cilip fand im März 2013 zum neunten Mal statt, diesmal an der University of Manchester. Drei Tage lang befassten sich Vortragende und Teilnehmende aus den USA und Europa, besonders aus Grossbritannien und Skandinavien, mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Informationskompetenz.

Winterlich kalt, atmosphärisch warm

Winterlich kalt, dafür perfekt und fast schon fürsorglich organisiert (tech­nischer Support war bei allen Vorträgen und Workshops von vielen Helfen­den gegeben, und zum Abschluss gab es Lunchbags für die Heimfahrt), bot die Veranstaltung z.T. neue, z.T. alte Themen, besonders aber viele Anregun­gen, wieder einmal über die eigenen Werthaltungen und Ziele bei der Ver­mittlung von Informationskompetenz nachzudenken.

Bibliotheken als aktive Kooperationspartnerinnen

In vielen Beiträgen schimmerte durch, dass gerade britische und US-ameri­kanische Bibliotheken im Bereich Informationskompetenz die Chancen nutzen, Themen in der Lern- und Bildungslandschaft aufzugreifen und zu besetzen, die über einen engen oder exklusiven Bibliotheksrahmen hinaus­gehen. Informationskompetenz wird besonders in Verbindung mit den wei­teren fachübergreifenden Kompetenzen, die Studierende für Studium und besonders später brauchen, diskutiert, und Bibliotheken werden als aktiver, verantwortlicher Teil des Bildungswesens positioniert. Vielfach werden Dienstleistungen in Kooperation mit anderen Hochschul-Einrichtungen sowie weiteren Bildungsträgern entwickelt und angeboten. Eher wird ausprobiert („ok is good enough“ war oft zu hören) als lange nach einer perfekten Lösung gesucht. Beispielhaft für diese Tendenzen ist das Projekt der Bibliothek der Metropolitan University in Leeds (s.u.).

Themenvielfalt

In sechs thematischen Strängen ging es in mehreren parallelen Workshops und Vortragspanels um:

  • Information Literacy and employability
  • Information Literacy and the digital future
  • Transliteracy
  • Future-proofing the Information Literacy practitioner
  • Collaboration and partnerships
  • Active learning and creative pedagogical approaches

Es gab mehr spannende Vorträge in den drei Tagen, als Ursula Baumann (Mediothek, Hochschule Luzern Soziale Arbeit) und ich uns zu zweit anhören konnten. Hier eine Auswahl der Themen, die wir gerade im Vergleich zu deutschsprachigen Diskussionen besonders interessant fanden:

  • Eine weit gefasste Interpretation von Informationskompetenz, die über direkt mit Instrumenten und Medien der Bibliothek verbundene Angebote hinausgeht:
    Unter dem Obertitel Transliteracy lotete Laura Smith in ihrer Arbeit die Zusammenhänge zwischen Informationskompetenz, kritischer Pädagogik und politischer Bildung aus und appellierte, sich stärker der politischen Implikationen beim Umgang mit Informationen bewusst zu sein. Gwenda Mynott und Catherine Bonser greifen in ihren Semesterveranstaltungen für BA-Studierende die ACRL Visual Literacy Competence Standards for Higher Education auf, erarbeiten mit den Studie-renden Concept Maps des Lernprozesses und üben verschiedene Formen der Visualisierung, um ihre Fragestellungen, Themen und Denkprozesse zu konkretisieren.
  • Die Verknüpfung von Informationskompetenz mit Informationsverhalten im Beruf:
    Die Universitätsbibliothek Linköping  in Schweden hat ihre Alumni bzgl. der Relevanz von Infor­mationskompetenz im späteren Berufsalltag befragt und festgestellt, dass das Informationsverhal­ten im Beruf weniger abhängig ist von den Angeboten der Bibliotheken als der Informationsinfra­struktur des zukünftigen Arbeitgebers. JuristInnen oder ÄrztInnen, die in ihrem Arbeitsumfeld auf Datenbanken zugreifen können, nutzen z.B. viele der bereits im Studium kennengelernten Such­instrumente weiter. LehrerInnen dagegen müssen sich dagegen weitestgehend auf Bibliotheks- und Google-Recherchen beschränken. Um die Übergänge zwischen dem Informationsverhalten im Studium und im Beruf besser zu moderieren, sind für StudienabgängerInnen „Goodbye-Kurse“ geplant, in denen Berufsfeld relevante Recherchethemen behandelt werden. In Sheffield ist man bereits einen Schritt weiter: Die Bibliothek und der Career Service der Universität arbeiten eng zusammen, um Studierende bei der Gestaltung ihrer digitalen Biographie zu beraten: Wie werden Studierende im Internet sichtbar, wie nutzen sie Social Media im Hinblick auf ihre zukünftige Berufstätigkeit? Zudem unterstützt die Bibliothek bei der Recherche von Firmen- und Brancheninformationen.
  • Neue Rollen für Bibliotheken im Bildungskontext:
    In Leeds fielen die Überarbeitung des Curriculums und die Einführung eines Discovery Systems zusammen und machten es nötig, das IK-Angebot zu überarbeiten. Die Bibliothek reformulierte Informationskompetenz mit einer stärkeren Ausrichtung auf medien- und informationstechnolo­gische Entwicklungen als Digital Literacy und übernahm den Lead bei der Integration von Digital Literacy im gesamten Curriculum. Auch wenn die Bibliotheksmitarbeitenden zu Beginn auf diese Rolle nicht vollständig vorbereitet, z.T. auch überfordert waren, bedeutete diese neue Aufgabe eine grosse Chance, sich als Kooperationspartner für Fachbereiche und übergreifende universitäre Ein­richtung zu bewähren, wofür sie auch grosse Anerkennung erhielten. Ein wichtiger Aspekt war auch hier die Orientierung an der späteren Berufstätigkeit der Studierenden. Die IK-Verantwort­lichen gingen in alle Lehrveranstaltungen, um geeignete Vermittlungsformen und -inhalte von Digital Literacy zu finden, und machten mit einem Road Trip das Bibliotheksangebot an der ge­samten Universität bekannt. Gemeinsam mit den verantwortlichen Institutionen für Lehre und Lernen erarbeite die Bibliothek zudem eine Internetseite zu Learning Skills für Studierende. Als nächstes soll u.a. eine Strategie für online verfügbare Lehrmaterialen entwickelt werden.
  • Entwicklung von Online-Tutorials, um mehr Zeit für Beratung und Diskussion zu haben:
    Erin Davis und Kacy Lundstrom stellten das Konzept des Flipped Classrooms bzw. des umgedreh­ten Unterrichts für den Kontext Informationskompetenz vor: dabei erfolgt der Input ausserhalb des Präsenzunterrichts mittels Online-Tutorials und ist mit Arbeitsaufträgen verbunden. Im Präsenz­unterricht diskutieren die Dozentinnen schwierige Fälle und beraten Studierende. Ihr Konzept steht als Anregung für den eigenen Unterricht zur Verfügung.

Umrahmt wurden die Vorträge zu Forschungs- und Bibliotheksprojekten von den drei Keynote-Speakern Steve Wheeler, JP Rangaswami und Irmgarda Kasinskaita-Buddeberg.

Steve Wheeler, Dozent in Plymouth, Autor mehrerer Bücher zu E-Learning sowie des Blogs Learning with „e“s, bot ein breites Spektrum an Einschätzungen, wie technologische Entwicklungen Lernverhal­ten verändern. Für ihn werden besonders die mobilen Geräte, die alle bei sich haben, die Zeitlichkeit und Räumlichkeit von Lernen verändern. Studierende fotografieren z.B. Folien im Präsenzunterricht und denken zu einem späteren Zeitpunkt darüber nach. Interessant für die Diskussionen über genera­tionenspezifische Unterschiede der Nutzung des Internets oder Web 2.0-Tools war sein Hinweis, eher von „digital residents“ und „digital visitors“ statt von „digital natives“ and „digital immigrants“ auszu­gehen, um Probleme, die Studierende mit Technologien im Kontext von Lernen und Studium haben, erfassen zu können.

JP Rangaswami ist Wissenschaftler im Software-Unternehmen salesforce.com, Chairman des Bildungs-Start-Up-Unternehmens school of everything und bloggt auf confused of calcutta. a blog about information. In seinem Beitrag zum Abschluss der Tagung betonte er den Wert und die Pro­duktivität von geteiltem Wissen. Bibliotheken haben aus seiner Sicht hier eine zentrale Aufgabe und Verantwortung, die technologischen und persönlichen Möglichkeiten zu schaffen, Wissen zu teilen und in Austausch miteinander zu treten – in realen sowie in virtuellen Räumen.

Irmgarda Kasinskaita-Buddeberg, Programm Specialist der Unesco, mahnte an, Informationskompe­tenz stärker mit Bezug auf Bildung als Menschenrecht sowie die Relevanz von lebenslangem Lernen zu fassen.

Für den Werkzeugkasten: Google Forms, Screencasting Software und Gamification

Zusätzlich gab es etliche Inputs, die unmittelbar in den eigenen Werkzeugkasten an Methoden und Tools übernommen werden können: z.B. kurze handliche Einführungen in das Online-Umfrage-Tool von Google, Hinweise auf Programme, mit denen ohne Talent und Aufwand Online-Tutorials erstellt werden können (Wikipedia Übersicht verschiedener Screencasting Software, auf der Tagung wurden wiederholt genannt: Articulate Presenter & Articulate Storyline, Camtasia, AdobeCaptivate, Panopto, Xerte – Open Source Tools für Elearning Entwicklungen der Universität Nottingham) sowie Spielanre­gungen für Informationskompetenzveranstaltungen (siehe auch die Webseite zu Bibliotheksspielen von Andrew Walsh).

Learning Commons

Passend zu den Überlegungen der Tagung, wie technologische Entwicklungen Lernen verändern, konnte im Rahmen der Tagung das 2012 das neu eröffnete Alan Gilbert Learning Commons der Uni­versität Manchester besichtigt werden: Das mehrstöckige Gebäude ist Teil der Bibliothek, aber zu­sätzlich zu den bestehenden Lesesälen als reiner Lernort ohne Bücher konzipiert, in dem unterschied­lich ausgestatte Raumzonen das individuelle oder gemeinsame Arbeiten für Studierende ermöglichen.

Weiteres

Die Folien aller Vorträge, Youtube-Videos der Keynotes und weitere Tagungsberichte sind im Tagungsarchiv abrufbar – dort finden sich auch alle Beiträge der vergangenen Jahre.

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