Interview mit Konstanze Söllner, Vorsitzende des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare VDB und Leiterin Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, anlässlich der D-A-CH-S-Tagung «Bibliothek – Qualifikation – Perspektiven»

Heinz Mathys: Was ist Ihr erstes Fazit nach etwas mehr als einem Tag?
Konstanze Söllner: Durch die grenzüberschreitende Perspektive ist der Austausch sehr fruchtbar. Wir können uns den Problemen durch Gemeinsamkeiten, die man feststellt, sehr viel besser nähern, weil es so konkreter wird. Wir müssen diese gemeinsamen Dinge herausarbeiten, um Empfehlungen für die Zukunft geben zu können.
Was sind die grössten Herausforderungen für die Bibliotheken heutzutage?
Die grösste Herausforderung ist, dass Bibliotheken überhaupt noch Personal anziehen können. Es wird immer schwieriger, weil die Studiengänge abstrakter werden und die Absolventinnen und Absolventen gut in anderen Bereichen eingesetzt werden können. Deshalb wird der Wettbewerb um die gut qualifizierten Kräfte immer grösser.
Wird diese Tagung wieder einmal stattfinden?
An meinem Verband soll es auf keinen Fall liegen und auch von den anderen Verbänden habe ich positive Signale empfangen. Wir müssen diese Ideen aber noch konkretisieren.
Was nehmen Sie persönlich mit von dieser Tagung?
Den Wunsch nach mehr dualen Ausbildungsformen, also eine stärkere Verbindung von Theorie und Praxis. Da haben wir als Bibliotheken eigentlich einen grossen Vorsprung und vor allem grössere Institutionen könnten solche dualen Formen anbieten.
März 2019
Heinz Mathys, UB Basel
