Info WBS 2, Oktober 2014
Silke Bellanger (Text und Fotos)
Auf Anregung und gelungen organisiert von Alice Spinnler (UB Basel) setzten sich rund 55 Mitglieder der IG WBS einen Nachmittag lang mit der Zukunft der Sacherschliessung auseinander. Hans Schürmann (Fachverantwortung Sacherschliessung, ZHB Luzern und IDS Zentralredaktion GND/S) skizzierte in seinem Input den Zusammenhang zwischen Big Data, aktuellen Suchtechnologien und den Regelwerken und Konzepten zur Beschreibung der Daten, wie RDA, FRBR und ERM. Aktuelle Entwicklungen spitzte er auf vier Thesen und Fragen zu, denen sich Bibliotheken annehmen sollten:
- RDA bringt die Bibliothek in das Semantic Web, oder, Welche Rolle spielt RDA und Big Data?
- Die Sacherschliessung ist nicht für alle Ressourcen gleich, oder, Was soll die Sacherschliessung künftig leisten?
- Die Sacherschliessung richtet sich nach dem Selbstverständnis der Bibliothek, oder, Welchem Selbstverständnis soll die Sacherschliessung dienen?
- Es ist offen, was die Qualität der Sacherschliessung umfassen soll, oder, Welchen Kriterien soll die Sacherschliessung genügen?
In der anschliessenden Diskussion kristallisierte sich eine Gegenüberstellung der aktuellen verbalen und klassifikatorischen Sacherschliessung als hierarchisch starr und einer neuen institutionell, medial, geographisch und sprachlich flexiblen Verlinkung von Daten und Objekten nach inhaltlichen sowie formalen Kriterien heraus. Zentrale Herausforderungen sahen die Diskutierenden im Zusammenhang zwischen Erschliessung, Nutzungskontext und Zugang zu Medien, dem Einfluss der Suchtechnologien auf Charakter und Stellenwert der Erschliessung und den unterschiedlichen Ansprüchen seitens der Bibliotheken und ihrer Nutzenden an die Funktion von Suchinstrumenten. Die Bedeutung der neuen Technologien, Datenaufbereitung und die Möglichkeiten des Semantic Web für Bibliotheken und die Sacherschliessung wurden an dem Nachmittag jedoch nur im allerersten Ansatz behandelt. Der Bedarf, hierzu vertiefend Wissen aufzubauen und Positionen zu finden, war bei allen Teilnehmenden deutlich spürbar. Hier wird es sich lohnen den Diskussionsfaden in der einen oder anderen Form weiterzuführen.
