Petra Gehrmann
Am 19. Juni lud die AG Informationskompetenz zum Workshop „Google Scholar & Co.- Fluch oder Segen?“. 33 Personen trafen sich bei herrlichem Wetter in der Bibliothek der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL auf dem schönen Campusgelände (zum Glück mit Pool) in Zollikofen.
Die Veranstaltung wurde in Form eines „Barcamps“ durchgeführt. Das heisst, dass die Teilnehmenden zu Beginn der Veranstaltung selber vorschlagen, welche Themen gemeinsam diskutiert werden sollen. Jede der Sessions wird mit einer kurzen Präsentation gestartet, und anschliessend werden Erfahrungen ausgetauscht und Ansichten diskutiert. Interessante Themen wie „Google Scholar vs. Fachdatenbanken“, „Social Networks für Recherche“, die Suchmaschinen Base, Scirus und Isidor oder „Google Scholar und Bibliometrie“ waren rasch zusammengetragen, und verdienstvollerweise hatte der Vorstand der AG IK bereits zu allen Themen kurze und informative Vorträge vorbereitet.
Bei Google Scholar wurden neben den klaren Vorteilen wie freie Zugänglichkeit und intuitive Bedienung natürlich auch die Grenzen diskutiert, seien es die fehlenden Filtermöglichkeiten, die nicht richtig verarbeiteten Metadaten, die mangelnde Transparenz bezüglich der Ressourcen oder die grosse Datenmenge. Dennoch herrschte insgesamt Konsens, dass Google Scholar für die explorative Suche inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. Auch andere wissenschaftliche, multidisziplinäre Suchmaschinen wie Base (http://www.base-search.net/), der Open Access Harvester schlechthin, und Scirus (http://www.scirus.com/) wurden vorgestellt. Diese bieten im Vergleich zu Google Scholar erweiterte Suchmöglichkeiten.
Mit der Plattform ResearchGate (http://www.researchgate.net/) wurde ein interessantes Social Network vorgestellt, das sich an Forschende aus den verschiedensten Fachgebieten richtet. Rund 2.9 Millionen Mitglieder aus 193 Ländern teilen sich ihre Fachartikel, tauschen Informationen aus und können mit Hilfe von 11 Millionen Volltexten und 50 Millionen Abstracts Neues entdecken. Zum Thema Bibliometrie wurden abschliessend noch kurz Analysetools für Google Scholar wie Publish or Perish (http://www.harzing.com/) und Scholarometer (http://scholarometer.indiana.edu/) vorgestellt.
Der letzte Programmpunkt „Integration der Suchdienste in IK-Veranstaltungen“ wurde dann leider kaum besprochen. Ebenso bleibt die Frage (notgedrungen) offen, welches die richtigen Suchmaschinen und Tools für das eigene Fachgebiet und Zielpublikum sind. Eine Führung durch die Bibliothek des HAFL bildete den Abschluss des „Barcamps.“
Auch wenn ich noch immer nicht mit Gewissheit beantworten kann, ob es sich bei Google Scholar & Co. nun um einen Fluch oder einen Segen handelt – ich tendiere eher zum zweiten –, war es ein sehr informativer, diskussionsreicher und abwechslungsreicher Tag, der viel Stoff zum Nachdenken bot.
Programm und Vortragsfolien: http://www.informationskompetenz.ch/de/agik/veranstaltungen/153)
