November 2017
Einrichtung: Universitätsbibliothek Bern
Funktion: Co-Leiterin Fachstelle Informationskompetenz
Bibliothekarische Ausbildung: MAS Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Zürich) 2015-2017
Wie kamen Sie ins Bibliothekswesen?
Mein Weg ins Bibliothekswesen war der klassische Weg einer wissenschaftlichen Bibliothekarin: Zunächst studierte ich Germanistik, Hispanistik und Erziehungswissenschaft in Leipzig, nach einem kurzen Ausflug in die Verlagswelt begann ich in Münster eine Doktorarbeit und war während dieser Zeit zwei Jahre Gastwissenschaftlerin an der Universität Bern.
Ungefähr nach der Hälfte der Doktoratszeit begann ich mich nach Alternativen zu akademischen Karriere umzusehen, wollte dabei aber auf keinen Fall den Bezug zur Wissenschaft verlieren. Auf der Suche nach einer Anschlussstelle fragte ich mich auch, an welchem Ort ich denn in Zukunft gerne arbeiten möchte – und mir kam sofort die Biblioteca Albertina der Universität Leipzig in den Sinn. Hier war ich glücklich, hier hatte ich sieben Jahre lang fast jeden Tag verbracht.
Ich wollte also in einer Bibliothek bleiben. Da ich FreundInnen hatte, die nach der Promotion das Bibliotheksreferendariat in Deutschland absolviert hatten oder als Diplom-BibliothekarInnen arbeiteten, war mir das Berufsfeld vertraut. So kam ich 2015 als wissenschaftliche Praktikantin an die UB Bern und bin sehr froh über diese Entscheidung – auch wenn ich aus Zeitgründen meine Doktorarbeit nicht mehr fertiggestellt habe.
Was sind Ihre heutigen Aufgaben?
Ich leite seit einem Jahr gemeinsam mit meinem Kollegen Denis Maier die Fachstelle Informationskompetenz an der UB Bern. Wir planen und koordinieren das fächerübergreifende Schulungsangebot der UB, wir beraten KollegInnen in didaktischen Fragen zum Lehren und Lernen, wir vernetzen die Schulenden an der UB miteinander und pflegen den Kontakt mit anderen IK-Verantwortlichen. Das vielfältige Aufgabenfeld macht mir grossen Spass!
Eine Besonderheit der Berner Fachstelle für Informationskompetenz ist, dass hier gleichzeitig die interne Weiterbildung für UB-MitarbeiterInnen koordiniert wird. So beschäftige ich mich neben dem Thema Informationskompetenz auch noch mit Personalentwicklung, betriebsinterner Weiterbildung und dem Wissenstransfer in einem grossen Betrieb – eine spannende Mischung.
Was ist Ihnen bei der Arbeit besonders wichtig?
Mir ist ein gutes, d.h. ein wohlwollendes und respektvolles Arbeitsklima besonders wichtig. Insofern erlebe ich die UB Bern als tollen Arbeitsplatz. Ich schätze ausserdem eine konstruktive Diskussionskultur und Kritikfähigkeit bei meinen KollegInnen. Und selbstverständlich muss ich meine Arbeit als sinnvoll empfinden, um sie mit Freude auszuüben. Dazu gehören für mich eine grosse Portion an Selbständigkeit und Entscheidungsmöglichkeiten.
Was darf an Ihrem Arbeitsplatz nie fehlen?
Ich brauche eine Menge ausgedrucktes Papier um mich herum: Telefonlisten, To-Do-Listen, Zeitpläne etc. Ausserdem dekoriere ich meinen Arbeitsplatz mit vielen persönlichen Dingen wie Postkarten, Andenken und Zeichnungen meiner Tochter.
Was war der beste berufliche Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Der beste Ratschlag kam von einer Kollegin aus dem Kader, die mir zu Beginn meiner Anstellung als Fachstellen-Leiterin geraten hat, gleichzeitig zur Jahresplanung auch eine Verzichtsplanung aufzusetzen. Hier wird quasi die Erkenntnis, dass ich aus Ressourcengründen nicht alles (auf einmal) machen kann, materialisiert – und sie erinnert mich immer wieder an die vielen guten Ideen, die mir auf meinem beruflichen Weg begegnet sind und begegnen.
Welche sind Ihre bevorzugten Informationsquellen, um auf dem Laufenden zu bleiben?
Diverse Zentren für Hochschuldidaktik und Informationskompetenz, z.B. das ZHE Zentrum für Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung der PH Zürich oder die DidaktTipps der Hochschuldidaktik an der Universität Bern und natürlich auch die Portale e-teaching.org und eduhub.ch.
Gibt es ein Buch, einen Artikel, einen Blogbeitrag, den Sie den Mitgliedern der IG WBS empfehlen möchten?
«Was Menschen an Bibliotheken wichtig finden» von Karsten Schuldt auf dem Blog des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaft.

