Bernadette Ernst (Text), Marianne Ingold (Fotos)

Am 11. Juli fand in Olten bei strahlendem Wetter, bis anhin eine Seltenheit in diesem Jahr, die diesjährige Mitgliederversammlung der IG WBS mit anschliessendem Workshop statt. Das Programm des Tages war so „gluschtig“, dass die Veranstaltung mit 50 Anmeldungen ausgebucht war. Mit Kaffee, Mineral, feinen Süssigkeiten und gesunden Früchten wurden wir in den Räumen der Fachhochschule Nordwestschweiz begrüsst. Man grüsste links und rechts, denn so manches Gesicht war einem von andern Anlässen der IG WBS her vertraut.
Neuer Vereinsname, neues Vorstandsmitglied, neue Website, neues Berufsbild
Die eigentliche Mitgliederversammlung wurde von Marianne Ingold zügig geleitet. Die hohen Ausgaben von 2012 fanden eine Erklärung: wir haben ja alle den tollen Jubiläumsanlass im Sitterwerk in Sankt Gallen genossen. Eine kurze Diskussion gab es bei der vorgeschlagenen neuen Form des Vereinsnamens. Sollte es bei der alten Bezeichnung „Interessengruppe der Wissenschaftlichen Bibliothekarinnen und Bibliothekare der Schweiz“ bleiben? Oder sollte stattdessen in Zukunft der Vorschlag des Vorstandes „Interessengruppe Wissenschaftliche BibliothekarInnen Schweiz“ oder gar nur die Abkürzung „IG WBS“ verwendet werden? Schon im Mai-Rundbrief wurde die Form „Interessengruppe Wissenschaftliche BibliothekarInnen Schweiz“ verwendet und niemand (?) hat es bemerkt oder sich gar daran gestört. Die Wahl war klar. Zudem wählten wir mit Applaus ein neues Vorstandsmitglied: Tobias Schelling. Dieser musste beim anschliessenden Workshop dann auch gleich arbeiten. Die neue Website und das Berufsbild wurden vorgestellt, da können wir uns darauf freuen: Ende August sollte alles aufgeschaltet sein. Im Vorstand wurde viel gearbeitet. Herzlichen Dank an alle, schön dass wir einen so aktiven Vorstand haben!
Von der Knoblauchschleuder zum innovativen Portemonnaie

Entwicklung eines neuen Küchengeräts
Dann der Hauptteil: Workshop Design Thinking & Innovation von Jiri Scherer und Tobias Schelling. Jiri Scherer von „Denkmotor“ brachte uns mit einigen anschaulichen Beispielen direkt ins Thema hinein. Mit drei Schnitten sollten wir einen Kuchen in acht Stücke teilen. Munter wurden Ideen entwickelt und fleissig diskutiert. Und tatsächlich präsentierte uns Herr Scherer 7! Lösungen. Wir sind uns gewohnt, da ist ein Problem und wir suchen eine Lösung und nicht nach allen möglichen Lösungsvarianten. Was meint wohl Betty Bossi zu unseren Vorschlägen für Salatpresse, Knoblauchschleuder oder Gewürzgabel? Die Stimmung war locker und anregend, alle haben mitgemacht.Am Beispiel Portemonnaie brachte uns Tobias Schelling dann die Methode von Design Thinking näher. Es kamen zum Teil ganz kreative Lösungen heraus, aber so richtig was Neues? Gerne hätte man auch ein Beispiel aus der Bibliothek gehabt, an dem klarer geworden wäre, wie wir Design Thinking im Alltag anwenden könnten. Auch wenn wir diese Methode „noch“ nicht beherrschen, so war es doch ein sehr anregender und kommunikationsfroher Nachmittag. Vielleicht regt es doch den einen oder die andere an, nach kreativen Innovationen zu suchen.
Bibliothek mit Mensablick
Anschliessend besichtigte die Mehrheit der Mitglieder noch die neue Bibliothek der FHNW beim Bahnhof Olten. Sie ist Fachbibliothek für Angewandte Psychologie, Soziale Arbeit und Wirtschaft. Im neuen Gebäude liegt die Bibliothek direkt neben der Mensa, von der Galerie kann man den Studierenden beim Essen zusehen. Alles ist in Weiss und Anthrazit gehalten, trotz der grossen Fenster wirkt aber alles etwas dunkel.
Mit der Schoggifabrik ab nach China
Einige Unentwegte brachen dann noch zum Kiesgrubengelände der „Fabrikk“ von Karls Kühne Gassenschau auf. Nach einem feinen Abendessen konnte die Schau bei angenehmen Temperaturen genossen werden. Das war ein Spektakel! Mit einem Kran wurde in einem Container die Band aufs Gelände gehievt, da wurde gesungen, gearbeitet und geliebt. Beim ganzen Klamauk gingen aber die sozialkritischen Töne nicht unter. In einem grandiosen Showdown wurde schliesslich die ganze Schoggifabrik nach China verschifft. Das kann uns Bibliotheken ja nicht passieren, wenn wir innovativ bleiben – oder?
