Christian Gutknecht
Am 14. Februar kam in Bern die Schweizer Bibliothekscommunity zur E-Lib.ch Abschlussveranstaltung zusammen. All diejenigen, die gekommen waren um zu erfahren, wie es nun weitergehen wird, mussten sich bis am Schluss gedulden. Zuerst stand noch die Rückschau auf das erste grosse nationale Bibliotheksprojekt der Schweiz an. Der Projektleiter von E-Lib.ch, Wolfgang Neubauer brauchte 30 Minuten um die von ihm selber aufgeworfene Frage, ob nun E-Lib.ch eine Erfolgsgeschichte sei, positiv zu beantworten. Dabei holte Neubauer weit aus. Er erklärte, wie es überhaupt zu den 10 Mio Fr. Bundesfördergelder für vier Jahre E-Lib.ch gekommen war und wie man aus ursprünglich 28 eingereichten Projektanträgen die zwei Schwerpunkte “Recherche und Nutzung” sowie “Digitale Inhalte” bildete. Sein persönliches Fazit zu E-Lib.ch: Ein Schritt in die richtige Richtung auf den man aufbauen kann.
Es folgte eine Roadshow der Projekte Webportal e-lib.ch, swissbib, e-rara.ch, infoclio.ch, Multivio, DOI-CH, ElibEval und ACCEPT. Wie Marie-Christine Doffey betonte, dürfe man aber aufgrund dieser Auswahl nicht auf den Erfolg der fehlenden Projekte schliessen, es seien lediglich zeitliche Gründe, die dazu führten, dass man auf die Vorstellung einiger Projekte verzichtete. Enrico Natale nutzte die Gelegenheit und kündigte die im Rahmen von infoclio.ch eben erschienene Studie Digitale Forschungsinfrastrukturen für die Geistes- und Geschichtswissenschaften von Jasmin Hügi und René Schneider an.
Nach dieser Vorstellung der Teilprojekte lag es offenbar an Rafael Ball, Direktor der UB Regensburg die Zukunft von wissenschaftlichen Bibliotheken aufzuzeigen. Dabei hätte er ruhig von einem Publikum ausgehen dürfen, dass sich mindestens seit fünf Jahren mit der elektronischen Bibliothek beschäftigt hat. Vielleicht wäre er beim einen oder anderen Thema dann etwas mehr in die Tiefe gegangen.
Zum Schluss berichtete Susanna Bliggenstorfer über das SUK-Programm 2013-2016 P-2 “Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung“. Für das Programm sind 37 Mio. Franken Fördergelder vorgesehen. Folgende Handlungsfelder sollen dabei angegangen werden:
- e-Publishing
- Cloud Computing
- e-Learning
- Data Management
- Identity Management
- Nationale Organisation
- Working Environment
Wie unschwer zu erkennen ist, geht das Programm weit über den Bibliotheksbereich hinaus. Interessanterweise nimmt der Lenkungsausschuss für die erste konzeptionelle Phase, in der es um die Erarbeitung einer nationalen Strategie geht, die Unterstützung durch IBM Schweiz in Anspruch. Bliggenstorfer gab an der E-Lib Abschlussveranstaltung auch bekannt, dass die Programmleitung bei Roland Dietlicher (ETH Zürich, Informatikdienste) und Gabi Schneider (UB Basel) liegen wird. Wirklich konkrete Details zum SUK-Programm (Deadlines, Verfahren zur Projekteinreichung, Eigenmittelanteil etc.) wurden (noch) nicht mitgeteilt.
Mit diesem offenen Ausblick, einer offiziellen Verdankung aller E-Lib.ch ProjektmitarbeiterInnen und einem Apéro riche fand auch die Abschlussveranstaltung ihren Schlusspunkt.
Links zu der Veranstaltung
- Webportal e-lib.ch & Programm & Folien
- SUK-Programm 2013-2016 P2: „Wissenschaftliche Information: Zugang, Verarbeitung und Speicherung“
