Info WBS 1, März 2014
Yvonne Domhardt (Text)
Aus- und Weiterbildung in IG WBS und BIS – Erfahrungen mit einer Doppelmitgliedschaft
Unbestritten ist, dass heute keine/r mehr an beruflicher Weiterbildung vorbeikommt, sie ist mithin ein absolutes Muss in beinahe jedem Berufszweig. Dass Berufstätige eine solide (erste) Ausbildung in ihrem Fachbereich mitbringen, ist in unseren Zeiten ebenfalls vollkommen selbstverständlich. Vor diesem Hintergrund wird es immer wichtiger, auf mehreren Ebenen dafür Sorge zu tragen, dass in den einzelnen Berufssparten Gremien entstehen, die sich die Aus- und Weiterbildung auf die Fahnen geschrieben haben. So tun dies auch, was uns bibliothekarisch Tätige überhaupt nicht erstaunt, natürlich die IG WBS und unser Dachverband, der BIS.
Die IG WBS unterhält seit langem eine interne Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung, die ihren Schwerpunkt einerseits auf die allgemeine bibliothekarische Erstausbildung legt, sich andererseits auch um die fachbezogene Weiterbildung kümmert (Kontakte zum MAS-Studiengang in Zürich sind etabliert, Kontakte zu den Studiengängen in Bern und Chur sind vorhanden). Es gilt, fachliche Inhalte kontinuierlich an aktuelle Gegebenheiten anzupassen, regelmässig mit den Studiengangleitungen im Gespräch zu sein sowie im Rahmen des Prüfungsbeisitzes beim MAS-Studiengang in Zürich Qualität und Ablauf der MAS-Prüfungen zu beobachten. Weitere Themen der AG waren und sind: verschiedene Karrierewege, die in die Bibliothek führen, Verbleib von Studierenden der bibliothekswissenschaftlichen Studiengänge sowie Anpassung der einzelnen Abschlüsse (z.B. Mise-à-niveau der ehemaligen Zürcher WiBi-Ausbildung).
Der BIS (vormals BBS) ist ebenfalls, jedoch mit anderer Schwerpunktsetzung, mit der bibliothekarischen Aus- und Weiterbildung befasst; so heisst es betreffend Erstausbildung auf der Homepage des Verbandes: „Als Berufsverband trägt der BIS die fachliche Verantwortung für die dreijährige Berufslehre der I+D-Fachleute”. Seit seinem Bestehen offeriert der Verband zudem die berufsbegleitende Weiterbildung. Das jeweilige Programm dürfte allen Mitgliedern des BIS und der IG WBS wohl bekannt sein.
Neu formiert hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2011 die „Expertenkommission Aus- und Weiterbildung“, die es sich – von der Geschäftsstelle Aarau aus agierend – zur Aufgabe gemacht hat, zweimal im Jahr ein attraktives, modernes, professionelles Weiterbildungsprogramm auf die Beine zu stellen, das weit mehr als bisher möglichst alle ‚Schichten’ unseres Berufsstandes ansprechen soll. In dieser Expertengruppe wirken zwölf Fachpersonen mit, von denen drei, Hans Ulrich Locher, Christian Roth und Stephan Holländer, hauptamtlich in der BIS-Geschäftsleitung schalten und walten; mit den ehrenamtlich mitwirkenden Kommissionsmitgliedern Sabine Bachofner, Nadja Böller, Andrea Hofer, Daniela Rüegg, Thomas Wieland und der Verfasserin ist die Deutschschweiz im Gremium vertreten, aus der Romandie stammen die Mitglieder Yolande Estermann Wiskott, BIS-Vorstandsmitglied seit 2006, Anne Jolidon sowie Karine Yoakim Pasquier. Die BIS-Expertenkommission tagt drei- bis viermal im Jahr und arbeitet unter der Protokollführung von Stephan Holländer das jeweilige neue Programm aus. Neben dem festen Dozierendenstamm werden immer wieder neue KursleiterInnen gesucht, die die Vielfalt des Programms in deutscher und französischer Sprache garantieren sollen. Die Kommissionsmitglieder bringen regelmässig Vorschläge sowohl für neue Kursinhalte als auch für neue Dozierende ein. Die Programmgestaltung richtet sich nach Bedarf und Nachfrage: Besonders gut besuchte Kurse wie etwa „Wandel im Medienmarkt“ oder Kurse zu Urheberrecht und Rechtsfragen im Rahmen des digitalen Wandels werden immer wieder angeboten und sind meist nach kurzer Zeit ausgebucht.
Die Verfasserin dieses Beitrags hat seit Frühjahr 2011 die Ehre, sowohl der Expertenkommission BIS als auch der IG WBS Arbeitsgruppe anzugehören. Ziel und unbestreitbarer Vorteil einer solchen Doppelmitgliedschaft ist es, in die eine AG Anliegen, Wünsche und Interessen der jeweils anderen AG einzubringen, so dass der wechselseitige Informationsfluss an einer Schnittstelle gebündelt wird und der Austausch kontinuierlich gewährleistet ist. Im November 2011 hielt die Arbeitsgruppe der IG WBS fest, dass es nicht sinnvoll sei, parallel Weiterbildungskurse zu denen des BIS mit ähnlichen Inhalten anzubieten. Aufgrund der Vertretung der IG WBS in der Kommission des BIS soll das Weiterbildungsangebot des BIS noch stärker als in den vergangenen Jahren auch für wissenschaftliche BibliothekarInnen attraktiver werden, wobei letztgenannte im neuen Programm 1/2014 gleich von mehreren Veranstaltungen angesprochen werden sollen, so etwa mit den Kursen „Qualität systematisch sichern und verbessern“ und „Informationskompetenz strategisch umsetzen“.
Dass der BIS hinsichtlich seines Semesterprogramms ganz allgemein auf sehr guten Wegen ist, zeigt der diesbezügliche Eintrag auf der Webseite des Verbandes:
“Das Weiterbildungsangebot des BIS entwickelt sich seit den letzten beiden Jahren sehr erfreulich. Die Anzahl der Kurse sowie die Kursbesuche steigen – und das massiv. Die Zahl der Kursteilnehmenden hat sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Auch für das noch laufende Jahr 2013 zeichnet sich eine weitere deutliche Erhöhung der Teilnehmerzahl ab. Auch qualitativ kommt unser Angebot sehr gut an, wie die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen. Nebst den Referierenden hat die Expertenkommission Weiterbildung des BIS einen grossen Anteil an diesem Erfolg. Ihre Mitglieder kennen die Berufspraxis, erleben deren Veränderung im digitalen Zeitalter und erkennen die Weiterbildungsbedürfnisse der Mitglieder, die sich aus den Umwälzungen ergeben, und entwickeln daraus bedürfnisorientierte Kursangebote.”
Die kurze Skizze zeigt, dass die beiden Organe, der BIS und die IG WBS (als vom BIS anerkannte Interessengruppe gemäss Statuten / Reglement), sich in Sachen Aus- und Weiterbildung keineswegs konkurrenzieren, sondern im Gegenteil sinnvoll ergänzen. Anregungen und konkrete Wünsche der IG WBS sowie des BIS können über die Scharnierfunktion der Verfasserin miteinander koordiniert werden und es wäre für die Zukunft wünschenswert, diese seit knapp drei Jahren bewährten Doppelmitgliedschaft fest zu implementieren.
Autorin
Dr. Yvonne Domhardt (yvonne.domhardt@icz.org)
Bibliothek der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ)
