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IG WBS

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Interessengruppe Wissenschaftliche Bibliothekar:innen Schweiz

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Daten und ihr Schicksal: Forschungsdatenmanagement an den Universitätsbibliotheken Basel und Zürich

29. November 2022 ·

«Forschungsdatenmanagement bezeichnet den Prozess, Forschungsdaten während ihres Lebenszyklus zu verwalten.» Mit dieser kurzen Definition wurde am 17. November 2022 die letzte Jubiläumsveranstaltung der IG WBS eingeleitet. Entsprechend dem vierten Tätigkeitsbereich des Berufsbildes „Wissenschaftliche Bibliothekarin / wissenschaftlicher Bibliothekar“, welches in diesem Jahr als roter Faden für die IG WBS-Veranstaltungen sowie für die neu gestaltete Webseite dient, standen die Wissenschaft und Forschung im Zentrum der zwei Inputreferate von Christina Besmer (Universitätsbibliothek Basel, Bibliothekarin für das Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Forschungsdatenmanagement) und André Hoffmann (Universität Zürich, Mitarbeiter Open Science Services) und der anschliessenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Clemens Trautwein (Hochschule Luzern Technik und Architektur, Fachreferent für Forschungsservice und Fachverantwortlicher für Forschungsdatenmanagement). Dabei war nicht die Einführung ins Forschungsdatenmanagement (FDM) Inhalt der IG WBS-Veranstaltung, sondern deren Verbreitung und Umsetzung in den Universitätsbibliotheken Basel und Zürich. Nachfolgend sollen die Ausführungen anhand von vier Stichworten review passiert werden. 

Unterstützung

Die Hauptziele der Unterstützung im Bereich FDM sind die Sensiblisierung für den korrekten Umgang mit Daten (auch im Falle sensibler Daten), das Management der Daten (Auswahl der Metadaten und Repositorien sowie die Langzeitarchivierung) und die Unterstützung des Transparenzprinzips. In erster Linie geht es jedoch auch darum, die Vorteile der Erhaltung, Ordnung und Freigabe der eignen Forschungsdaten aufzuzeigen. Sowohl an der Universitätsbibliothek Basel als auch jener in Zürich werden die Ziele durch ähnliche Dienstleistungsangebote zu erreichen versucht. Schriftliche Dokumentationen, mündliche Beratungen, Gruppen- und Einzeltrainings und die Webseitenpflege sind wichtige Aufgaben der Open Science Teams im Bereich FDM.

Vernetzung

Ebenfalls unentbehrlich ist die Vernetzung zwischen involvierten Stellen innerhalb der Bibliothek und der Universität, aber auch mit Experten und mit nationalen sowie internationalen Initiativen. Das FDM soll nicht die Aufgabe allein der Universitäts- und Hochschulbibliotheken sein, sondern es ist auf ein starkes und weites Netzwerk angewiesen. Dieses reicht von den Fakultäten, auch zu den Dienststellen wie den Rechtsdienst, den Informatikdienst und weitere. Zwar geht in vielen Fällen die Initiative des Datenmanagements von Seiten der Bibliothek aus, weil hier das nötige Wissen und die entsprechende Infrastruktur bereits aufgebaut wurde, jedoch muss das FDM besonders bei den Fakultäten, also den Studierenden und Forschenden selbst, verankert werden. Wie oben erwähnt, ist die Wissens- und Erfahrungsweitergabe zum FDM und die Prozessunterstützung eine Aufgabe der Bibliothekarinnen und Bibliothekare. In der Umsetzung dieser Aufgabe unterscheiden sich die Bibliotheken, so auch die repräsentierten Universitätsbibliotheken Basel und Zürich. Während das Team der Universitätsbibliothek Zürich einen direkten Kontakt zum Publikum pflegt und die Beratung und Kurse selbst stemmt, setzt die Universitätsbibliothek Basel auf das sogenannte Data Stewardship und führt zwischen das Open Science Team und das Publikum noch eine vermittelnde, fachspezifische Zwischenstelle ein. 

Data Stewardship 

An den Fakultäten der Universität Basel gibt es sogenannte Data Stewards, insgesamt 22 Personen. Sie sind die erste Anlaufstelle für die Studierenden und Forschenden und geben fachspezifische Unterstützung im FDM. Dabei gibt es gemäss Christina Besmer grosse Unterschiede zwischen den Fakultäten – dies aufgrund der unterschiedlichen Bedürfnisse und Niveaus im Bezug auf Vorwissen und Erfahrung. Nicht jede Fakultät hat sich bisher für einen Data Steward entschieden, während andere Fakultäten gleich mehrere «Daten-Begleiter» haben. Das Open Science Team gibt für die Data Stewards Trainingsprogramme und führt sie in die wichtigsten Bereiche des FDM ein. Die Schwierigkeit sei momentan, gemäss Christina Besmer, der Übergang von der Schulung zur tatsächlichen Ausübung der Rolle des Data Stewards. 

Ziele des Open Science Teams der UB Basel für die Weiterführung des Data Stewardships sind die Rekrutierung weiterer Fachspezialisten, die Bildung einer Community, die Organisation weiterer Kurse und die Verbesserung der Arbeitsprozesse. Nicht ungelegen kamen für Basel daher die diesjährigen Ausschreibung von swissuniversities zu zwei Massnahmen des Open Research Data-Aktionsplans1. Für einen Teilnehmenden der IG WBS-Veranstaltung stellte sich in diesem Zusammenhang die Frage, woher die Ressourcen für die Stewards herkommen sollen und ob Forschungsgruppen nicht finanziell belangt werden sollten. Während die Universitätsbibliothek Zürich die Debatte noch zurückhält, hat die UB Basel die Data Stewards von Beginn an bei den Fakultäten direkt angegliedert und unterstützt diese allein mit Kursen und Beratungsleistungen und nicht finanziell. Das bedeutet, dass die Aufgabe der Data Stewards (interessanterweise wie auch die Koordinierung des Data Stewardships im Open Science Team) den schon bestehenden Aufgaben dazugegeben wird. Ziel ist es daher die Data Stewards unentbehrlich zu machen, also in der Praxis soweit zu etablieren, dass entsprechende Stellen geschaffen werden. Hierfür ist jedoch auch Druck bzw. Nachfrage von Seiten Studierende und Forschende nötig.

Repositorium

Lösungen braucht es auch beim Thema Repositorien für Forschungsdaten. Weder die Universitätsbibliothek Basel noch die Universitätsbibliothek Zürich weisen eine spezifische Ablage- und Zugangsplattform auf. Damit wird in Basel die Unterstützung und Schulung bei FDM-Fragen geboten, wenn es dann jedoch um die Schritte «Store», «Publish» und «Discover» des Datenlebenszyklus geht, muss auf Alternativlösungen zurückgegriffen werden. An der Universitätsbibliothek Zürich wird momentan im Projekt SwissUbase ein Pilotprojekt umgesetzt. LaRS – Language Repository of Switzerland – wurde als langfristiges Datenarchiv aufgebaut und wird von Personen aus dem Open Science Team und Fachspezialisten aus der Bibliothek betreut. Ob weitere fachspezifische, nationale Repositorien folgen werden, wird sich nach einer Analyse des Pilotprojekts zeigen. Im Gegensatz zu ihren Bibliothekspartnern aus Zürich und Basel hat die Universitätsbibliothek Bern seit einem Jahr ein Forschungsdatenrepositorium. Dieses wird momentan jedoch nur von jenen Studierenden und Forschenden benutzt, die kein fachspezifisches lokales Repositorium verwenden können. Derzeit ist das Open Science Team der UB Bern an der Ausarbeitung eines differenzierten Workflows, sodass auch auf individuelle Lösungen verzichtet und Ressourcen gespart werden können. Ob das Berner Repository oder das SiwssUbase-Projekt anschliessend als Paradebeispiele und als Ausgangspunkte für gewünschte nationale Lösungen dienen werden, wird sich noch zeigen. 

«Auch Daten haben Schicksale und Konjunkturen – gegenwärtig stehen diese im Hoch, eine Kehrtwende ist nicht in Sicht.»2 schreibt Beat Immenhauser, stv. Generalsekretär der Geistes- und Sozialwissenschaften. Mit diesem Zitat hat Clemens Trautwein die Diskussion an der IG WBS-Veranstaltung «Forschungsdatenmanagement» eingeleitet. Und hier soll es als Abschluss dienen. Mit der Veranstaltung hat die IG WBS ein aktuelles Thema aufgegriffen und es ihren Mitgliedern näher gebracht, sodass es auch weitergetragen und national in den Bibliotheken, Universitäten und besonders auch bei den Forschenden ein stärker beachtetes Thema wird.

Maria Solovey – Vorstandsmitglied IG WBS

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