Institution: Berner Fachhochschule BFH, Hochschulbibliothek
Funktion: Co-Leiterin Hochschulbibliothek
Bibliothekarische Ausbildung: MAS Bibliotheks- und Informationswissenschaft UZH

Wie kamst Du ins Bibliothekswesen?
Auf Umwegen! Ich habe ursprünglich Medien und Kommunikationswissenschaften studiert und im Journalismus gearbeitet. Mit etwa dreissig habe ich gemerkt, dass ich nicht gemacht bin für den Tagesjournalismus. Ich denke gerne über den Tag hinaus und in grösseren Zusammenhängen. Nach nur einer Sitzung beim Berufsberater war klar: Ich werde Bibliothekarin! Im Bibliothekswesen bin ich genau richtig. Von den Erfahrungen im Journalismus profitiere ich aber bis heute. Ich arbeite und rede immer noch schnell und eine präzise, klare Sprache liegt mir weiterhin am Herzen.
Was sind Deine heutigen Aufgaben?
Seit dem 1. September 2024 bin ich zusammen mit meiner Kollegin Laura Tobler Co-Leiterin der BFH-Hochschulbibliothek. Wir sind für das big picture zuständig, für den weiten Blick, für die Vernetzung innerhalb der Hochschulbibliothek, innerhalb der BFH und im Schweizer Bibliothekswesen. Wir wollen als Hochschulbibliothek und Dienstleisterin relevant sein für unsere Student*innen, Lehrenden und Forscher*innen an der Fachhochschule. Und wir wollen dafür sorgen, dass es unseren Mitarbeiter*innen gut geht und dass sie gute, sinnvolle Arbeit leisten können. Das klingt vielleicht etwas abstrakt, schliesslich bin ich noch neu in dieser Rolle. Fragt mich in 100 Tagen noch einmal 😉
Was ist Dir bei der Arbeit besonders wichtig?
Der dauernde Austausch mit meiner Co-Leiterin und mit allen Kolleg*innen. Zusammen sind wir immer besser als alleine. Ich geniesse es, dass wir oft gemeinsam lachen, auch über uns selbst. So läuft vieles ein bisschen leichter.
Was ist das Einzigartige an Deiner derzeitigen Arbeitsstelle?
Die BFH-Hochschulbibliothek gibt es erst seit dem 1.1.2022, sie ist noch jung. Es gibt also noch viel Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch noch vieles zu klären und zu festigen. Und nun hat Hochschulbibliothek zum ersten Mal eine Co-Leitung: zwei Köpfe und Persönlichkeiten, die sich ergänzen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen, die sich gegenseitig herausfordern und stärken; zwei Personen, die sich schon lange kennen, vertrauen und gut miteinander funktionieren. Das finde ich einzigartig.
Was darf an Deinem Arbeitsplatz nie fehlen?
Das WC sollte nicht zu nahe sein (aber natürlich auch nicht kilometerweit entfernt). Auf dem Weg zum WC oder in dem kurzen Moment alleine kommen mir nämlich oft Ideen oder mir fällt ein, was ich vorhin vergessen hatte. Darum habe ich immer mein Handy mit der Notizen-App dabei, denn auf dem Weg zurück an den Arbeitsplatz gehen all die tollen Einfälle sonst wieder verloren. Und ich werde ja auch dauernd abgelenkt, denn auf dem Weg hin und zurück begegne ich gerne allen möglichen Leuten, wechsle ein paar Worte und hole mir so weitere Anregungen.
Was war der beste berufliche Ratschlag, den Du je bekommen hast?
«Du bist kein Nutella-Glas, Du kannst nicht alle glücklich machen.» Als Führungsperson muss ich das grosse Ganze im Blick haben. Wenn ich gleichzeitig versuche, jede einzelne Person glücklich zu machen, wird es mich zerreissen. Aber ich bin dennoch zuständig für das Wohlergehen unserer Mitarbeiter*innen. An dieser Balance arbeite ich jeden Tag.
Was sind Deine bevorzugten Informationsquellen, um auf dem Laufenden zu bleiben?
Meine Arbeitskolleg*innen (an der Kaffeemaschine gibt es nicht nur Koffein, sondern auch immer wieder wichtige Infos), LinkedIn, haufenweise Newsletter. Und ich habe immer noch einen Feedreader, der mir die neusten Blogposts zusammenträgt.
Gibt es ein Buch, einen Artikel, einen Blogbeitrag, den Du den Mitgliedern der IG WBS empfehlen möchtest?
Ein Buch:
Priya Parker: The Art of Gathering. How We Meet and Why It Matters
Das Buch ist inspirierend für Sitzungen aller Art, aber auch für Geburtstagsfeste oder die jährlich wiederkehrende Familienweihnacht.
Bist Du in den Sozialen Netzwerken unterwegs?
Auf LinkedIn, ein bisschen auf Mastodon (@catrina@openbiblio.social), ein bisschen auf Bluesky @cdumme.bsky.social). Ich trauere Twitter, wie es früher einmal war, immer noch nach.
