Nora Zimmermann, Universitätsbibliothek Bern
Vom 28.03.25 bis 30.03.25 fanden unter dem Motto „Worte verbinden Welten“ diverse spannende Veranstaltungen in Bibliotheken der ganzen Schweiz statt. So auch in der Bibliothek Münstergasse. In vier sehr unterschiedlichen Veranstaltungen wurde bei uns erlebbar, wie Worte und Sprache Brücken bauen können – zwischen Generationen, Zeiten und Perspektiven.
Ein Abend für Günter Grass
Den Auftakt machte am Freitagabend ein Vortrag von Frau Hilde Ohsoling. Sie war langjährige Assistentin und Wegbegleiterin des deutschen Schriftstellers und Künstlers Günter Grass. Zu seinem zehnten Todestag zeichnete sie ein persönliches Porträt des Literaturnobelpreisträgers und liess uns hinter die Kulissen blicken. Besonders eindrücklich war die Schilderung der Nobelpreisverleihung 1999, an der sie persönlich teilnahm. Sie sprach von Tischhierarchien, von durch Hunger besiegten Kellner*innen – scheinbar schöpften hungrige Teilnehmende zu schnell 😉 – und Herrn Grass‘ Leidenschaft fürs Tanzen. Ein ereignisreicher Abend, der in eine andere Welt entführte.

Brücken bauen und Grenzen ziehen
Am Samstagmorgen luden wir dazu ein, in einem Erzählcafé über die Rolle von Sprache im Alltag nachzudenken. In einem moderierten Austausch wurden persönliche Erfahrungen zum Thema „Worte verbinden Welten“ geteilt: wie Sprache und Wörter Zugehörigkeit schaffen – oder auch Grenzen ziehen können.
Die Teilnehmenden reflektierten gemeinsam über die Kraft der Sprache und es wurden persönliche Gedanken und Erlebnisse geteilt. Im Anschluss gab es Snacks und Getränke für die, die gerne noch weiter plaudern wollten.

Vergangenes Lesen lernen
Im Anschluss folgte der Workshop „Kurrentschrift lesen lernen“. In einer konzentrierten und zugleich lockeren Atmosphäre erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die historische Schreibweise, die bis ins 20. Jahrhundert gebräuchlich war. Folgend ging es darum, die eigenen Lesefähigkeiten zu trainieren. Es wurden alte Rezepte, Schüleraufsätze und ein Brief von Jeremias Gotthelf entziffert. Auch die Möglichkeit, eigene Dokumente in Form von Briefen, Tagebüchern und weiteren handschriftlichen Materialien mitzubringen, wurde rege genutzt. So wurden im buchstäblichen Sinne gemeinsam frühere Welten besucht.

Weitere Infos zum BiblioWeekend unter: https://www.biblioweekend.ch/
