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Interessengruppe Wissenschaftliche Bibliothekar:innen Schweiz

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Bericht zur Bibliosuisse-Tagung SAB/CLP und BIS

9. November 2016 ·

1 oder 2? / 1 ou 2?
1 oder 2? / 1 ou 2?

An der Bibliosuisse-Tagung im November 2016 in Biel waren die Mitglieder von SAB/CLP und BIS eingeladen, bei der Weichenstellung für die Zukunft der beiden Verbände mitzureden bzw. Inputs für die damit beauftragte Arbeitsgruppe zu generieren.

Konkret ging es darum, zu diskutieren, ob es in Zukunft nur noch einen gesamthaften oder weiterhin zwei Verbände geben bzw. ob es zu einer Fusion oder lediglich zu einer noch engeren Zusammenarbeit kommen soll. Bereits heute besteht ja in verschiedenen Bereichen eine Kooperation von Bibliothek Information Schweiz BIS und Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken SAB/CLP.

Auf zwei Einstiegsreferate (unten kurz zusammengefasst) folgte in einem ersten Teil die Diskussion nach Verbänden getrennt, während am Nachmittag in einem World Café in durchmischten Gruppen die drei Themenbereiche Finanzen, Aus- und Weiterbildung sowie Kommunikation bearbeitet wurden.

Mit rund 100 Teilnehmenden war die Tagung laut Arbeitsgruppe Bibliosuisse ein Erfolg – mit so grossem Echo auf den Aufruf war laut Hans Ulrich Locher und Katia Röthlin nicht gerechnet worden. Auch war die Welschschweiz mit ca. 35 Prozent in Biel gut vertreten.

Referat 1: Un engagement commun pour les bibliothèques suisses ?

Jacques Cordonier (ehem. Direktor der Bibliotheksschule Genf und der Kantonsbibliothek Wallis, heute Leiter des Amts für Kultur des Kantons Wallis)

Jacques Cordonier hob die verschiedenen Aufgaben von Bibliotheken (sozial, erzieherisch, kulturell etc.) sowie die Vielfältigkeit der Arten von Institutionen im Bibliothekswesen hervor (Museen, Archive, Gemeinde-, Kantons-, Universitätsbibliotheken etc.). Er sprach dabei vorwiegend von Institutionen und weniger von Bibliotheken, um der Vielfalt ebendieser sowie der Menge an verschiedenen Berufen und Tätigkeitsfeldern innerhalb des Bibliothekswesens Rechnung zu tragen. Eine Definition sei weniger über Berufsbezeichnungen sondern vielmehr über die angebotenen Produkte zu erreichen.

Auch betonte er, dass diese Institutionen heute gefordert seien (mit dem Hinweis auf Rafael Ball: „Die Bibliothek ist ein Auslaufmodell.“). Er stellte in diesem Zusammenhang die Frage nach der Identität der Institution Bibliothek und nahm dabei bereits seine Präferenz in Bezug auf die Frage ein oder zwei Verbände vorweg: Wer sind wir (in der neuen Formation)? Auch hob er die Wichtigkeit eines gemeinsamen Nenners und einer starken, sichtbaren und eingängigen Identität hervor. Dabei schlug er auch einen Bezug zur Schweiz für den gesamtschweizerischen Ansatz eines Bibliotheksverbands vor.

Visionen und Werte (visions et valeurs) standen bei Cordonier im Zentrum, durch den neuen Zusammenschluss muss ein Ziel klar definiert und ein Mehrwert erkennbar sein, in anderen Worten müsse der Wunsch oder das Verlangen, Begehren nach einem Zusammenschluss da sein, ein désir.

Besonders hob Cordonier die Schwierigkeit (wie auch Chance) einer globalen Vision von Bibliotheken hervor, was von Schweizer Seite her bisher wenig Thema war. Es gilt also, im neuen Verband eine Leadership zu übernehmen, welche aber akzeptiert und legitim sein soll und für ihre Glaubwürdigkeit verschiedene Akteure involvieren muss, auch um die verschiedenen in der Schweiz vorhandenen Charakteristiken zu berücksichtigen die entsprechenden Bedürfnisse abzudecken.

Referat 2: Erfolgsfaktoren und Stolpersteine bei der Zusammenarbeit oder beim Zusammenschluss von Verbänden

Silvia Schaller (Anwältin, Beraterin und Partnerin B’VM)

Silvia Schaller betonte in ihrem Referat, dass Kooperationen mit anderen Vereinen sich häufig anbieten, ein solcher Entscheid dürfe aber nicht nur aus finanziellen Gründen gefällt werden, sondern – dabei hob sie den von Cordonier bereits betonten Punkt hervor – eine Kooperation wie auch eine Fusion müsse gewünscht, es müsse ein Wille dazu vorhanden sein (désir!). Es müsse ja auch nicht unbedingt fusioniert werden, sondern es könnten auch Teilbereiche angepasst werden, wie bspw. eine gemeinsame Buchhaltung, gemeinsame Standorte etc.

Folgende Erfolgsfaktoren von Kooperationen und Zusammenschlüssen nannte Schaller:

  • Komplementarität der strategischen Zielen
  • Komplementarität von Know-How und Kernkompetenzen
  • Einbindung der obersten Führungsgremien
  • Klar definierte Ziele für die Zusammenarbeit
    • Vision bzw. Zielsetzung des Projekts
    • ausschlaggebende Gründe für das Projekt
    • mit dem Projekt verbundener Mehrwert für die Mitglieder
  • Regelmässige Kommunikation zwischen den Partnern
  • Kompromissbereitschaft der Partner
  • Personelle Rahmenbedingungen
    • grundsätzliche Bereitschaft
    • Veränderungsperspektiven (Pensionierungen, Rücktritte)
  • Gute Kommunikation auf allen Ebenen
  • Die Chemie muss stimmen!

Als Stolpersteine für einen geplanten Zusammenschluss bzw. eine Zusammenarbeit führte sie auf:

  • Verlust der Autonomie
  • Schlechte Gestaltung und Promotion der Prozesse
  • Verlust / Gefährdung von hauptamtlichen Jobs
  • Ungleichgewicht (Finanzen, Grösse, Bedeutung) zwischen den Partnern
  • Vergangenheit und ihre Geschichten
  • schwer vereinbare Organisationsstrukturen und -kulturen

Zusammenfassung der Diskussionsresultate

Als Grundtenor bei den an die Referate anschliessenden Diskussionen war klar erkennbar, dass zumindest der Sinn einer engeren Zusammenarbeit allen einleuchtete. Die Diskussionen zeigten jedoch auch, dass in Bezug auf eine Fusion zahlreiche Ängste vorhanden sind.

Als Stärken bzw. Chancen einer Fusion wurden neben einer Vereinfachung der Administration und einem Effizienzgewinn durch das Nutzen von Synergien sowie einer Ressourcenbündelung besonders auch eine Erhöhung der Sichtbarkeit und eine grössere (politische) Schlagkraft genannt. Neben einer besseren Aussenwahrnehmung wurde auch als positiv bemessen, dass es bei einer Fusion nur noch einen Ansprechpartner in Bibliotheksbelangen geben würde und besonders die internationale Wahrnehmung des Bibliotheksraums Schweiz durch einen gebündelten Auftritt massiv verbessert werden könnte. Schliesslich wurde auch die Zweisprachigkeit als positiver Punkt hervorgehoben: Eine Fusion würde die Deutsch- und die Welschschweiz näher zusammenrücken.

Wie auch andere Punkte wurde die Mehrsprachigkeit nicht nur als Chance, sondern auch als Risiko eingeschätzt. So darf nicht vergessen werden, dass die unterschiedlichen Sprachregionen auch ein anderes Verständnis bzw. andere Erwartungen zutage fördern können, welche ggf. schwer kombinierbar sind. Dasselbe ist natürlich auch bei unterschiedlichen Regionen der Fall. Daneben wurde bei den Schwächen oder Risiken besonders ein für die einzelnen Gruppierungen einhergehender Autonomieverlust genannt. Es wird befürchtet, dass regionale wie auch fachliche Gruppierungen bzw. Belange weniger Gewicht haben werden und die Bedürfnisse von „Minderheiten“ untergehen könnten. Auch wurde hervorgehoben, dass eine Fusion nicht einfach so umsetzbar sei, sondern ein langer, schwieriger Umsetzungsprozess nötig sein könnte, der mit einem Kulturwandel verbunden sein muss. Das Selbstverständnis wie auch die Positionierung der einzelnen Institutionen innerhalb der ganzen Schweiz muss ggf. angepasst werden.

Bei den Diskussionen zu den drei Themenblöcken Finanzen, Aus- und Weiterbildung und Kommunikation wurde wie in den Referaten die Wichtigkeit von einer Vision und einer klaren Zielsetzung hervorgehoben. Eine Fusion müsse Sinn machen und einen Mehrwert für die Mitglieder generieren. Es müsse eine entsprechende Strategie erarbeitet werden, bei der sich die einzelnen Interessensgruppen bzw. Gruppierungen einbringen könnten, ähnlich des heutigen Anlasses.

Die Bibliosuisse-Tagung in Biel wurde mit einem Apéro abgeschlossen, an dem noch einmal verschiedene Themen aufgegriffen und in neuen Konstellationen diskutiert werden konnten.

Diskutieren beim Apéro
Diskutieren beim Apéro

Nächste Schritte

Details zu den Resultaten aus den Diskussionen sind auf der BIS-Webseite veröffentlicht. Es werden ausserdem im Jahr 2017 Versammlungen der beiden Verbände SAB/CLP und BIS angesetzt, an welchen über das weitere Vorgehen abgestimmt werden soll.

Susanna Truniger, November 2016

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