Info WBS IG WBS 3, März 2015
Michael Kuhn (E-Mail: mik@adminkuhn.ch; Website von Admin Kuhn GmbH: adminkuhn.ch)
Nach abgebrochenem Wirtschaftsgymnasium begann ich 1987 an der Universitätsbibliothek Basel zu arbeiten und schloss dort 1992 die Ausbildung zum Diplombibliothekar BBS ab. Nach sieben Jahren als Leiter des externen Lesesaals der Kantonsbibliothek Baselland wechselte ich im Jahr 2000 als Fachberater zur Bibliothekssoftwareherstellerfirma SISIS, wo ich meine hauptsächlich privat erworbenen Informatikkenntnisse anwenden konnte. 2004 erwarb ich zusätzlich den eidgenössischen Fachausweis Informatiker.

Eigene Firma gegründet
2006 wurde SISIS von OCLC gekauft, was für mich leider zu schlechteren Arbeitsbedingungen führte, die mich schliesslich 2012 zur Gründung meiner eigenen Firma Admin Kuhn GmbH veranlassten. Mit dieser biete ich seitdem meine Facherfahrung im Schnittfeld von Bibliothek und Informatik im ganzen deutschsprachigen Raum an.
Das notwendige Wissen zur Selbständigkeit beschaffte ich mir aus Bibliotheksbüchern sowie aus der folgenden Praxis. Recht schnell erhielt ich zahlreiche Aufträge, sodass ich mir nie echte Existenzsorgen zu machen und auch mein finanzielles Polster nicht anzugreifen brauchte. Neue Herausforderungen muss ich kaum suchen, sie ergeben sich von allein – gegenwärtig die grösste ist sicher der aufgehobene Mindestkurs des Frankens zum Euro, da ich einen grossen Teil meines Umsatzes mit deutschen Bibliotheken erziele und nun nicht mehr so genau voraussagen kann, mit welchem Ertrag tatsächlich zu rechnen ist.
Immer die Augen offen halten
Die 50-Stunden-Woche ist völlig normal und zu tun gibt es immer etwas. Woran ich mich aber erst gewöhnen musste, ist der recht unregelmässige Auftragseingang. Dafür macht mir die Arbeit aufgrund ihres Abwechslungsreichtums Spass wie noch nie zuvor im Leben. Neben der Abwicklung von Neuinstallationen, Softwareupdates und Programmieraufträgen gehören dazu natürlich auch die Kundenbetreuung, die Führung der Buchhaltung und die stete Weiterbildung.
Die konkreten Aufträge hängen weniger von meinem Angebot als vielmehr von den Bedürfnissen und Wünschen meiner Kunden ab, sodass sich mein Tätigkeitsfeld im Vergleich zu früher erfreulich erweiterte. Inzwischen konnte ich auch einige Pflegeverträge zur Systemadministration abschliessen, welche mir ein gewisses Grundeinkommen sichern. Es lohnt sich, die Augen für neue Gelegenheiten offen zu halten und die guten beim Schopf zu packen. So versuche ich beispielsweise, das im deutschsprachigen Raum noch wenig eingesetzte Open Source-Bibliothekssystem Koha bekannter zu machen und biete die Migration dahin an.
Gesunder Menschenverstand
Da die meisten meiner Arbeiten am Bildschirm stattfinden und ich sie via Telefon und Internet erledigen kann, habe ich bei mir zuhause einen Raum als Büro abgetrennt und kann so unnötige Fixkosten und auch den Arbeitsweg einsparen. Als Ein-Mann-Firma bin ich jederzeit in der Lage, schnell und flexibel zu reagieren.
Der Kunde steht immer an erster Stelle. Andere Geheimnisse für das Firmengedeihen habe ich noch keine herausgefunden und halte mich deshalb im Übrigen an ganz einfache Weisheiten: Eins nach dem anderen. Es geht immer irgendwie weiter. Es kochen alle nur mit Wasser.
