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Susanne Brügger

29. September 2014 ·

Info WBS 2, Oktober 2014
Susanne Brügger

Susanne Brügger
Susanne Brügger

Während meines Geschichtsstudiums in den 1990er Jahren hatte ich wenige Vorstellungen davon, wie sich meine berufliche Zukunft gestalten würde. Vielmehr genoss ich das Studentenleben in Zürich mit den dazugehörigen Freiheiten und Angeboten. Daneben hatte ich immer klassische Broterwerbsjobs wie beispielsweise die Arbeit in einer Jugendherberge und in einem Restaurant im Service. Ich war stets geleitet vom Gedanken, dass sich dann schon „irgendetwas ergeben“ würde. Ganz falsch lag ich in meiner Annahme nicht, wie man noch sehen wird. Die Arbeit in der „Ringier Dokumentation Bild“ (RDB), die ich gegen Ende meines Studiums durch den Kontakt einer Bekannten erhielt, stellte sich als Glücksfall heraus. Bis kurz vor dem Lizenziat konnte ich zwei Jahre lang im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts zwei Tage pro Woche Fotos des Ringier-Bestands erfassen. Neben eher unspektakulären Bildern aus der Prominenten-Presse gehörten auch historische Schätze ab den 1930er-Jahren zu meinem Erschliessungsgebiet.

Die Erschliessung dieser Dokumente weckte in mir die Faszination an der Archivarbeit, und ich konnte mir immer konkreter vorstellen, mich nach dem Studium beruflich in diese Richtung zu orientieren. Im Mai 2007 schloss ich mein Studium der Geschichte, der Englischen Literatur und der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich ab. Meine Lizenziatsarbeit hatte ich zur Rolle der Medien in der Fichenaffäre verfasst, wobei ich mich auf die umfassende Zeitungsartikelsammlung des Schweizerischen Sozialarchivs stützen konnte. Zunächst war ich wohl einfach glücklich, mein Liz in der Tasche zu haben. Es kümmerte mich weniger, dass ich ohne einen „richtigen“ Job dastand und machte, was viele meiner Kommilitoninnen machten: Ich wandte mich ans RAV, arbeitete aber auch weiter in meinem mir sehr lieb gewordenen Restaurant. Als ich ein paar Monate später das Inserat von Schweizer Radio und Fernsehen (damals noch Schweizer Fernsehen SF) las, in welchem nach einer Mediendokumentalistin in der Filmdokumentation gesucht wurde, bewarb ich mich erfolgreich um die Stelle. Seither arbeite ich am Standort Leutschenbach in Zürich für den Bereich „Dokumentation und Archive (D+A)“ und konnte in den sieben Jahren viele verschiedene Tätigkeiten ausüben.

Angefangen habe ich als News-Dokumentalistin. Meine Tätigkeit bestand hauptsächlich darin, die News-Redaktionen – etwa die der Tagesschau oder die von „10vor10“ – bei der täglichen Berichterstattung in der Recherche nach bewegten Bildern im Auslandbereich zu unterstützen. Eine zwar nicht unbedingt klassisch dokumentalistische Aufgabe, dafür ein perfekter Einstieg in das grosse Medienunternehmen, da wir am Newsdesk umfassende Einsicht in die Arbeitsweisen der RedaktorInnen bzw. unserer „KundInnen“ bekamen. Inzwischen wird dieser Arbeitsplatz nicht mehr von DokumentalistInnen besetzt, sondern von Nachwuchskräften der Redaktionen. Daneben habe ich nach ungefähr zwei Jahren die Betreuung des sogenannten Rohmaterial-Archivs übernommen, ein wichtiger Bereich innerhalb der audiovisuellen Bestände. Das Medienarchiv von SRF ist auch dafür besorgt, dasjenige Material in der Datenbank zu archivieren, das bei einem Dreh entsteht, aber nie vollumfassend in einen Beitrag einfliesst. So lassen sich einerseits Kosten sparen und andererseits, gerade bei unvorhergesehenen Ereignissen, kann die erste Berichterstattung aus dem Archiv bebildert werden. Natürlich habe ich mich über die ganzen Jahre mit der Erschliessungsarbeit von verschiedenartigem Videomaterial beschäftigt: D+A archiviert sämtliches eigenproduziertes Material. Der Erschliessungsgrad definiert sich je nach Wichtigkeit der Sendungen und des Bildmaterials.(Zu diesem Thema ist in der letzten Arbido-Ausgabe (2/2014) ein von mir verfasster Artikel erschienen.

2009 bis 2011 absolvierte ich den Studiengang Master of Advanced Studies in Bibliotheks- und Informationswissenschaften an der Universität Zürich, da ich mir die Grundlagen dieser mit der Dokumentationsarbeit verwandten Bereiche aneignen wollte. Unter den vielen schon in Bibliotheken tätigen KommilitonInnen war ich zwar manchmal eine Exotin, ich konnte aber viel von dem in den Kursen behandelten Themen für meine eigene Arbeit bei SRF mitnehmen. Sehr spannend war in dieser Hinsicht der Kurs zur Behandlung audiovisueller Kulturgüter des Vereins Memoriavs. Meine Abschlussarbeit verfasste ich zur Web-Archivierung von Videos auf der Webpage von SRF – ein Thema, das zu diesem Zeitpunkt eine grössere Relevanz zu erhalten begann und heute aktueller denn je ist. Nach dieser Weiterbildung übernahm ich die Teamleitung der Video-Erschliessung innerhalb von D+A, die ich nun seit drei Jahren innehabe. Es macht mir viel Freude, sowohl personelle als auch fachliche Aufgaben wahrzunehmen, und ich konnte mich intern in meiner Führungstätigkeit stets weiterbilden. Wichtig war und ist mir aber immer, auch selbst noch zu erschliessen und an unserem Recherche-Desk an der Basis die Wünsche unserer KundInnen zu erfüllen.

Insofern hat sich im Nachhinein tatsächlich für mich beruflich „etwas ergeben“, und ich bin eine glückliche Archivarin geworden.

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Nachtrag: Susanne Brügger wechselt auf 1.1.2015 als wissenschaftliche Bibliothekarin mit Leitungsfunktion in das Schweizerische Sozialarchiv in Zürich, wo sie auch für die Sacherschliessung zuständig sein wird

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