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Interessengruppe Wissenschaftliche Bibliothekar:innen Schweiz

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Wilfried Lochbühler

23. August 2012 ·

Wilfried Lochbühler


Foto: Marita Fuchs
Foto: Marita Fuchs

Am Anfang stand eine Entwicklung, die viele Kolleginnen und Kollegen wohl ähnlich erlebt haben: nach Abschluss meines geisteswissenschaftlichen Studiums in Freiburg i.Br., Theologie und Geschichte mit einem Seitenblick auf die Politikwissenschaft, wollte ich gerne zunächst in der Wissenschaft bleiben und promovieren. So sagte ich 1989 gerne zu, als mir der Betreuer meiner Abschlussarbeit, der inzwischen in Luzern Professor geworden war, eine Stelle als Assistent anbot. Es begann eine spannende, wissenschaftlich orientierte Zeit am Institut für Sozialethik (ISE) der damaligen Theologischen Fakultät Luzern (der heutigen Universität Luzern). Neben der Auseinandersetzung mit vielfältigen und spannenden Themen in Forschung und Lehre wie Ökologie („Umweltethik“ war mein Dissertationsthema), Bioethik, Globalisierung u.a. begann rasch der Kontakt mit der Bibliothek. Dadurch, dass ich für die Themenfelder des Instituts immer die aktuellste Literatur zur Beschaffung vorzuschlagen hatte, bestand rasch regelmässiger Kontakt zum damaligen Leiter der Bibliothek der Theologischen Fakultät, der zugleich Fachreferent an der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) war. Ausserdem betrieben wir am Institut eine eigene Literaturdatenbank. Nach einigen Jahren konnte ich die „Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten“ im Fachbereich Theologie übernehmen. In Zusammenarbeit mit der ZHB konnte die Veranstaltung, über die klassische Einführung in die Bibliotheksbenutzung hinaus, im Bereich Recherchekompetenz in Katalog, Bibliographien und Datenbanken ausgebaut werden – Informationskompetenz in einer frühen Form sozusagen.

Nicht zuletzt durch die intensive Zusammenarbeit mit der Bibliothek erhielt ich nach Abschluss meiner Promotion 1995 die Gelegenheit, im Rahmen einer 50% Stelle als Fachreferent für Theologie und Geschichte in der ZHB einzusteigen und gleichzeitig meine befristete Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ISE zu 50% beizubehalten. Dies war die Zeit des Umbruchs durch die Verbreitung des World Wide Web. Es verschwanden die elektronischen Bibliothekskataloge der ersten Generation, zahlreiche Zettelkataloge, geräuschvoll pfeifende Telnet-Verbindungen, die zuvor erste externe Katalog- und Datenbankabfragen möglich gemacht hatten. Die entstehenden Bibliotheksverbünde und die integrierten Bibliothekssysteme ermöglichten neue Dimensionen für Recherche, Ausleihe und zugleich eine Neuorganisation und Vernetzung der internen Abläufe der Hochschulbibliotheken. Vor dem Hintergrund dieser spannenden Entwicklungen zögerte ich 1998 nicht, das Standbein im Bibliothekswesen mit dem Besuch des Kurses für Wissenschaftliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare an der Zentralbibliothek Zürich (heute MAS) zu verstärken. Im Jahr 2000, kurz vor Abschluss des Kurses, konnte ich meine jetzige Stelle übernehmen, als Stellvertretender Direktor der ZHB.
Die Mitwirkung in der Leitung der ZHB traf einen entscheidenden Zeitpunkt, der im Zeichen von Kooperation und Ausbau stand. An erster Stelle war dies der Ausbau der bibliothekarischen Versorgung für den seit Mitte der 90er Jahre aufgebauten Hochschulplatz Luzern, näherhin für die Universität Luzern, die Hochschule Luzern (Fachhochschule) und die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz. Mit der Eröffnung des neuen ZHB Standorts im Uni/PHZ-Gebäude hinter dem Luzerner Hauptbahnhof 2011 und mit der Einrichtung der Bibliothek der Hochschule Luzern Wirtschaft in den Räumlichkeiten der ehemaligen Buchhandlung Orell Füssli (Frankenstrasse) 2012 fand diese Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt. Daneben wurde die Zusammenarbeit mit verschiedenen weiteren wissenschaftlichen Bibliotheken im Rahmen des Bibliotheksverbunds IDS Luzern organisiert.
Im Bereich der Zentral- / bzw. Kantonsbibliothek standen die Einrichtung eines provisorischen Aussenlagers im Entlebuch, grössere Projekte, wie z.B. Retrokatalogisierung, die Einführung von RFID oder Spezialprojekte der Sondersammlung im Zentrum. Für die interne Organisation der ZHB brachte die Einführung von New Public Management im Kanton Luzern mehr finanzielle und organisatorische Handlungsspielräume und zugleich die Einführung einer differenzierten Kosten- und Leistungsrechnung sowie eines professionellen Buchhaltungssystems auf der Basis von SAP. Der Ausbau der Öffentlichkeits- und Kulturarbeit stärkte die Aussenwirkung nachhaltig. Allerdings ist ein zentraler Schritt bisher nicht gelungen: der Umbau der ZHB Hauptstelle Sempacherstrasse ist noch immer Gegenstand politischer Turbulenzen.

Dass ich nach dem Jahr 2000 rasch endgültig im Bibliothekswesen angekommen bin, hat auch mit dem Bibliothekswesen der Schweiz bzw. der Fachszene zu tun. Eher beiläufig bin ich 2001 vom damaligen Präsidenten des BBS (heute BIS) beauftragt worden, eine Arbeitsgruppe zum Thema Neuorganisation der Bibliotheksstatistik zu leiten. Ich ahnte damals nicht, was auf mich zukommen würde und hatte kaum einen thematischen Bezug. Mit Unterstützung einer engagierten und kompetenten Arbeitsgruppe sowie mit viel Rückenwind vom BIS und aus den Bibliotheken gelang es bis 2003, eine total revidierte Schweizerische Bibliotheksstatistik auf die Beine zu stellen und sie in Kooperation mit bislang 11 Kantonen auch mit den bestehenden kantonalen Bibliotheksstatistiken zu verknüpfen. Durch meine Mitarbeit im Vorstand des BIS (2006-2011) konnte ich in viele interessante Themenfelder Einsicht nehmen und wichtige Veränderungen, wie z.B. die Fusion mit dem SVD (Schweizerische Vereinigung für Dokumentation), mitgestalten.
In diesen Bereich gehört – last not least – meine Dozententätigkeit am MAS Zürich. Im Jahr 2003, nachdem die AG Statistik Fahrt aufgenommen hatte, konnte ich die entsprechende Unterrichtseinheit Statistik, Controlling und Leistungsmessung übernehmen. Zwischenzeitlich unterrichtete ich zusätzlich „Einführung ins Bibliotheksmanagement“ und habe die Prüfungen im Bereich Management abgenommen. Seit der Neuorganisation als MAS stehen stärker der Unterricht und die Betreuung schriftlicher Qualifikationsarbeiten im Zentrum. Die Dozententätigkeit, die regelmässig alle zwei Jahre wieder ansteht, ist für mich ein Highlight. Einerseits unterrichte ich seit jeher gerne und habe didaktische Erfahrungen. Andererseits fordert sie in einem dynamischen, innovativen Umfeld immer wieder inhaltlich neu heraus, hilft zugleich bei der Erdung der eigenen täglichen Arbeit und ermöglicht viele Kontakte mit jüngeren Fachkolleginnen und Kollegen.

Insgesamt ist mein Weg vielleicht nicht so aussergewöhnlich. Wissenschaftliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare sind nicht selten in Management- und Leitungspositionen insbesondere an grösseren Hochschul- und Universitätsbibliotheken zu finden. Gleichwohl war der Weg spannend und oft nicht so vorhersehbar oder geplant. Meine Position und mein Aufgabenfeld haben sich auch verändert. Bibliothekarische Aufgaben im engeren Sinn traten durch das Wachstum der ZHB immer mehr gegenüber Management-Aufgaben im Bereich Personal, Finanzen, Controlling zurück. Zudem bildeten die Kooperationen im Hochschulbereich und interne Führungsaufgaben einen immer stärkeren Aufgabenschwerpunkt. Insgesamt ist es ein vielfältiges Tätigkeitsfeld, das täglich neue Herausforderungen bietet. Vieles kann ich entstehen sehen und aktiv mitgestalten. Manches ist auch administrative Kleinarbeit und betrifft das Lösen von Alltagsproblemen. Es ist aber insgesamt ein Aufgabenbereich, der viel Befriedigung gibt, aber auch täglich vieles einfordert.
Das gilt auch für die Tätigkeiten im Rahmen der Fachszene. Durch die Arbeit in der AG Statistik oder im BIS Vorstand habe ich vieles gelernt und zahlreiche engagierte und kompetente Kolleginnen und Kollegen kennen gelernt. Diese Erfahrung möchte ich keinesfalls missen, auch wenn sie einiges an Zeit (auch Freizeit) in Anspruch nimmt. Im Gegenteil: Die Bereitschaft, sich zu engagieren, wird vielfältig honoriert, bei allen Schwierigkeiten in der täglichen Arbeit, die es auch dort geben kann.

Meine berufliche Entwicklung wird mich noch dieses Jahr weiterführen. Ich werde am 1. Dezember an die Universität Zürich wechseln und am 1. Januar 2013 die Leitung der Hauptbibliothek der Universität Zürich (HBZ) übernehmen. Nach 17 Jahren an der ZHB, davon 12 Jahre auf meiner jetzigen Position, ist es eine neue spannende Herausforderung. Ich freue mich darauf und auf die Zusammenarbeit mit vielen Kolleginnen und Kollegen in Zürich.

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