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20 Jahre Zürcher Bibliothekarenkurs: Entstehung, Entwicklung und Zukunft

16. Mai 2006 ·

Der Beitrag wurde für die Zeitschrift der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern LIBERNENSIS 1’2006 verfasst und ist im April 2006 erstmals erschienen.
Irene Müller und Silvia Pfaffinger, wissenschaftliche Volontärinnen der StUB

Am Dienstag, den 25. Oktober 2005, war es für fünf StUBianerinnen soweit: Der Zürcher Bibliothekarenkurs wurde mit einem Apero für alle Teilnehmer und Gasthörer eröffnet. Dies bot Gelegenheit, sich in ungezwungenem Rahmen etwas beschnuppern zu können, bevor der Kurs begann. Der reguläre Unterricht, bestehend aus jeweils acht Lektionen, startete dann am Donnerstag darauf. Insgesamt werden wir zwischen Oktober 2005 und Dezember 2006 rund 400 Lektionen besuchen, bevor es dann heisst, sich auf die Prüfungen im April 2007 vorzubereiten.

Was für uns, Susanna Bliggenstorfer und Marlena Rüfli als Gasthörerinnen sowie Irene Müller, Anne Pfeiffer und Silvia Pfaffinger als Prüfungsteilnehmerinnen, neu war, ist in der Praxis schon altbewährt: Unser Kurs ist der zehnte in Folge. Grund genug, in diesem Beitrag auf seine Entwicklung zurückzublicken.

Entstehung des Zürcher Bibliothekarenkurses

Die Idee, einen Kurs für wissenschaftliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare anzubieten, entsprang einem ganz praktischen Grund. Im europäischen Vergleich lag die Schweiz mit ihrem Ausbildungsan­gebot im Bibliothekswesen zurück. Während es seit 1975 einen Kurs des Verbandes der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz (BBS) für Diplombibliothekare in Genf, Bern und Zürich gab, sprach keiner der bestehenden Kurse Hochschulabgänger an, die in die Bibliotheks­welt einsteigen wollten. Sie mussten für eine adäquate Ausbildung entweder ins Ausland oder kamen durch «training on the job» zu Berufserfahrung. Um diesen Missstand zu beheben, rief eine Gruppe Initianten aus verschiedenen Bibliotheken einen Bibliothekarenkurs ins Leben, der sich an Wissen­schaftler wandte. So entstand der Zürcher Kurs, der 1987 zum ersten Mal durchgeführt wurde.

Durch sein vielfältiges Fächerangebot war dieser Kurs von Anfang an sehr attraktiv. Daran hat sich   nichts geändert. Lediglich einige Fächer wurden aus dem Programm gestrichen, so zum Beispiel Textverarbeitung und PC-Workshop, was heute zum Allgemeinwissen zählt. Neue Fächer sind hinzugekommen, wie die Öffentlichkeitsarbeit. Wiederum andere wurden neu benannt und differenzierter strukturiert. Während früher ein Block «Bibliotheksverwaltung» angeboten wurde, der 20 Lektionen umfasste, fächert sich das Bibliotheksmanagement heute viel feiner auf in die vielen Facetten des Managements, wie Controlling- und Leistungsmessung, Personalmanagement, Betriebsführung, New Public Management und vieles mehr. Schliesslich ist auch vieles gleich geblieben, vor allem ausge­prägt bibliothekarische Fächer wie Erwerbung, Benutzung, Formale Erfassung und Sacherschliessung.

Verändert hat sich auch der berufliche Hintergrund der Dozentinnen und Dozenten. Während früher ausschliesslich Bibliothekare ihr Wissen vermittelten, sind es heute Berufsleute aus den verschiedenen Sparten, was den Kurs abwechslungsreich macht und ihm Praxisnähe verleiht. So werden Betriebsführung und Arbeitstechnik von einem IAP-Psychologen unterrichtet, Personalmanagement von einem Personalfachmann, Bibliotheksfächer wie Sacherschliessung, Erwerbung und anderes weiterhin von Fachleuten aus der Bibliothekswelt. Die ausgezeichnete Wahl der Dozenten trägt massgeblich zur Attraktivität des Kurses bei und ist vor allem dem eng gestrickten Beziehungsnetz und Verhandlungsgeschick von Dr. Rainer Diederichs zu verdanken. Er hat den Kurs von Anfang an organisiert und ihn stark geprägt. Für ihn wird der 10. Kurs der letzte sein, da er im Sommer in Pension geht. Übernom­men wird seine Aufgabe von Frau Dr. des. Andrea Malits, einer Absolventin des 9. Kurses.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft des Kurses sieht Herr Diederichs positiv. Was den Kurs gegenüber anderen Ausbildungen auszeichne, sei vor allem der starke Praxisbezug. Die Absolventen müssen während des Kurses in ei­ner wissenschaftlichen Bibliothek arbeiten und dort sämtliche Abteilungen durchlaufen, dies im Ge­gensatz zu den Fachhochschulen, die in ihren Studiengängen nur wenig praktische Ausbildung anbie­ten. Herr Diederichs befürchtet jedoch eine gewisse Überschwemmung des Marktes durch die Abgän­ger der neuen Ausbildungen für Archivare (Bern und Lausanne), IuD-Spezialisten (Genf und Chur) und Bibliothekare (Zürich), die alle in Bibliotheken oder ähnlichen Einrichtungen unterkommen müs­sen. Er äussert die Hoffnung, dass die verschiedenen Ausbildungsstätten in Zukunft vermehrt Zusam­menarbeit anstreben. Durch eine stärkere Kooperation mit den Fachhochschulen könnte gleichzeitig ein Manko des Zürcher Kurses behoben werden: die offizielle staatliche Anerkennung, die bislang fehlt. Durch die Kooperation mit den Fachhochschulen oder Universitäten könnte er mit einem Master abgeschlossen werden. Dies würde aber einige Änderungen voraussetzen. Es wäre mehr Theorie nötig, um die für den Master benötigten 60 ECTS-Punkte zu erreichen. Diese könnten jedoch auch für die Praxis vergeben werden.

Und die Absolventen des Kurses? Von Anfang an wurden nur Hochschulabgänger als Prüfungsteil­nehmer und zusätzlich Diplombibliothekare als Gasthörer zugelassen. Letzteren wurde hiermit eine Weiterbildungsmöglichkeit geboten. Neu sind aus dem gleichen Grund auch Abgänger von Fachhochschulen als Gasthörer willkommen. Die Teilnehmer der letzten neun Kurse (die Teilnehmerzahl schwankte über die letzten 20 Jahre zwischen 17 und 36) sind heute in den meisten Fällen in Biblio­theken tätig. Eine neue Befragung der Absolventen soll noch 2006 durchgeführt werden. Auf die Er­gebnisse sind wir gespannt!

Wissenschaft und Forschung Ausbildung, Studium, Weiterbildung

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