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Interessengruppe Wissenschaftliche Bibliothekar:innen Schweiz

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Mittwoch, 23. Mai in Hamburg: Ein (Stimmungs-)Bericht (22.05.-25.05.2012)

10. Juni 2012 ·

Silvia Meyer-Denzler

09:00 – 12:00 Treffpunkt Standardisierung

Barbara Pfeifer von der Arbeitsstelle zur Standardisierung an der DNB erklärt, wie die Einführung der GND in Deutschland vor sich ging und warum sie nötig war. Die GND löst diverse Regelwerke mit zum Teil mehreren Millionen Datensätzen ab (z.B. die PND mit ca. 5 Mio. und die SWD mit 10 Mio.). Die Regeln wurden homogenisiert und es gibt Übergangsregeln zur RDA. Das Projekt wird detailliert vorgestellt und die einzelnen Schritte werden erklärt. Die Begeisterung der Vortragenden über das laut ihrer Meinung gelungene Projekt stösst jedoch nicht bei allen Teilnehmenden auf offene Ohren. Bei gewissen Aussagen hört man ein allgemeines (und nicht zustimmendes!) Raunen im Publikum. Offenbar bezweifeln einige die reibungslose Einführung, weisen auf noch fehlende Schulungsunterlagen hin und befürchten grosse Nachfolgekorrekturen.

Anschliessend kommt hoher Besuch: Barbara Tillett, Chief der RDA policy & standard division der LoC und jetzt auch Chief des Joint steering committee for Development of RDA erklärt, warum entschieden wurde, AACR2 nicht wie ursprünglich geplant durch AACR3 zu ersetzen. Die hauptsächlichen Gründe waren die einseitige anglo-amerikanische Ausrichtung und die fehlenden Hierarchien der AACR. Die Internetfähigkeit wurde immer mehr zum zentralen Punkt eines neuen Regelwerkes und deshalb wurde 2005 beschlossen, die RDA zu entwickeln.

Die Abkürzungen habe ich übrigens bewusst stehen lassen. Während des ganzen Bibliothekartages waren immer wieder Abkürzungen zu hören, die mir nicht alle vertraut waren. Da fühlt man sich manchmal von den Insidern, bei denen sie offensichtlich zum Alltagsvokabular gehören, etwas ausgeschlossen …

12:00 – 13:30: Mittagessen und Kontaktpflege

Im Park „Planten un Blomen“, der sich direkt neben dem CCH (Congress Center Hamburg) befindet, treffen wir noch andere, die sich am Imbissstand verpflegen. Das Wetter und dieser Park sind einfach herrlich! Wir sind fünf Berufskolleginnen, und der grössere Teil davon arbeitet in der Schweiz. Während des ganzen Kongresses ist der Kontakt zu Deutschen Berufskollegen und -kolleginnen leider nicht allzu häufig. Immerhin habe ich eine Bibliothekarin der Unteroffiziersschule der Luftwaffe in Hamburg kennengelernt, und später habe ich noch kurz mit drei Bibliothekarinnen der DNB in Leipzig gesprochen

13:30 – 15:30: Elektronische Rauminformationssysteme statt Wissensmanagement

Kurz vor Beginn des nächsten Vortragblocks suche ich den Raum 7. Eine freundliche Helferin zeigt mir den richtigen Weg, aber oha, da gibt es eine lange Schlange. Die Helferin wird sofort angegriffen, im Stil von „was denn das für eine Organisation sei, dass für diese interessanten Vorträge kein grösserer Saal gebucht worden sei“. Sie erklärt geduldig, dass sie dafür nicht zuständig sei, aber dass sie die Reklamation weiterleiten werde. Während die Vorwürfe noch weitergehen, suche ich mir im dicken Hauptprogramm ein anderes Thema und lande dann bei den Elektronischen Rauminformationssystemen – ausnahmsweise nur in meinen Notizen als RIS abgekürzt.

Ein RIS ist idealerweise mit diversen Geräten kombinierbar. In der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg stehen 40 Zoll-Monitore mit Touchscreens auf den drei Ebenen der Bibliothek den Benutzenden zur Verfügung. Eine Web-Abfrage und natürlich auch eine Lösung für mobile Geräte sind ebenso wichtig (vgl. http://www.buecherhallen.de/ca/fh/pwk/ bzw. http://www.mediascout-buecherhallen.de/, http://vscout.artec-berlin.de/). In der Stadtbibliothek Stuttgart ist ein Audio-Guide erhältlich, der für 200 Orte in der Bibliothek eine Bibliotheks- inklusive Architekturführung anbietet. (vgl. http://www1.stuttgart.de/stadtbibliothek/bvs/actions/profile/view.php?id=175). Da niemand zu den Kosten etwas Genaueres sagen mag, erklärt zum Schluss der Moderator, Klaus Ulrich Werner von der Philologischen Bibliothek der FU Berlin, dass ihr Rauminformationssystem pro Buch (700’000 Bände in Freihandaufstellung) weniger kostete als die verwendeten Signaturschilder.

Den verpassten Vortragsblock zum Wissensmanagement in Bibliotheken werde ich zum Glück – zumindest teilweise – auf dem Opus-Server des deutschen Berufsverbandes BIB nachlesen können: http://www.bib-info.de/verband/publikationen/opus/hamburg-2012.html

16:00 – 18:00: Lernen im Hochschulraum

An gute Lernorte werden unterschiedliche Ansprüche gestellt. Alle möglichen Kompetenzen (academic skills) sollten dabei unterstützt werden. Die soziale Dimension wird am besten bei Gruppenarbeiten gefördert – also braucht es genügend Gruppenräume … Die wichtigste Erkenntnis aus diesen Vorträgen ist aber, dass häufig Details den guten oder eben den ungeeigneten Lernort ausmachen: Einzelarbeitsplätze beispielsweise brauchen Strom für Laptops und wenn möglich eine individuelle Beleuchtung; Tastaturen sollten am besten lautlos sein. Grundsätzlich gilt, dass die Räume möglichst flexibel ausgestattet werden sollten. Das Mobiliar sollte beweglich und anpassbar sein. Nützliche Gegenstände wie USB-Sticks, Leselampen oder auch Laptops sollten ausleihbar sein.

Eine weitere Erkenntnis, die nicht nur für die optimale Gestaltung von Lernräumen gilt, ist die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern. An der Universität Regensburg beispielsweise führte die Bibliothek zusammen mit dem Rechenzentrum bei den Studierenden eine Umfrage zu „Lern(t)räumen“ durch. Eine der eher unerwarteten Antworten war der Wunsch, dass möglichst viele feste Computerarbeitsplätze zur Verfügung stehen sollten. Offenbar vor allem für kurze Recherchen sind solche Stationen beliebt. Ein weiteres Resultat war, dass sehr viel lieber in einer Bibliothek als in einem Seminarraum gelernt wird. Bedeutet das, dass Bücher nur als Dekoration und als Element für eine angenehme Atmosphäre benötigt werden?

Abendprogramm

Der heutige Abend ist für Hamburg reserviert. Wir essen bei strahlendem Wetter draussen, man könnte meinen, der Bibliothekartag finde im Süden statt.

Sehr viel wichtiger als der heutige Abend ist natürlich der Donnerstag, weil dann die Kongressparty „Mehr Hamburg geht nicht“ stattfindet. Das ist ein idealer Anlass, um neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende zu vertiefen. Hier traf ich übrigens Barbara Tillett ein zweites Mal – nicht mehr so bibliothekarisch klassisch gekleidet wie am Vortag, sondern locker in Blue-Jeans.

Diverses Deutscher Bibliothekartag

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