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Interessengruppe Wissenschaftliche Bibliothekar:innen Schweiz

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«buten un binnen» – Der 109. Deutsche Bibliothekartag in Bremen

28. September 2021 ·

«buten un binnen – wagen un winnen» lautet die Devise der Bremer Kaufleute. «Draussen und drinnen», also sowohl in der Hansestadt Bremen als auch fern von der Heimat sollen die Kaufleute durch ihren Wagemut reüssieren. Die Wahl des hanseatischen Mottos zum Leitspruch für den 109. Deutschen Bibliothekartag (DBT) am 16.-18. Juni in Bremen war durchaus passend.

Zweifellos dürfte nämlich die Organisation dieses Fixpunktes im Bibliotheksjahr angesichts der pandemischen Lage eine Herausforderung gewesen sein, musste doch schon der letztjährige Bibliothekartag in Hannover abgesagt werden. Zudem ist das rein virtuelle Veranstaltungsformat im Verlauf des letzten Jahres auch für Tagungen und Kongresse zur neuen Normalform geworden. Getreu dem Bremer Motto haben sich aber die VeranstalterInnen des diesjährigen Bibliothekartags auf ein Wagnis eingelassen und ein hybrides Angebot auf die Beine gestellt. Organisiert als virtueller Kongress und zugleich als eine Reihe von gestreamten Beiträgen vor Ort konnte er «buten un binnen», in Bremen selbst als auch aus der Ferne, besucht werden.

Bei einem hybriden Programmangebot, das über zwei Säle vor Ort und vier virtuelle Räume gleichzeitig angeboten wird, ist natürlich klar: Keine zwei Menschen besuchten denselben Bibliothekartag. Deshalb schildern nicht nur ein, sondern gleich sechs IG-WBS-Mitglieder ihre ganz persönlichen Highlights und Eindrücke, berichten von den Vor- und Nachteilen des Bremer Wagnisses und zeichnen das Panorama eines Bibliothekartags, den es so zuvor noch nicht gegeben hat.

AutorInnen

Bernhard Bertelmann, Kantonsbibliothekar, Kantonsbibliothek Thurgau
Anne Konz, Fachreferentin Gesundheitswissenschaften und Medizin, Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Christian Aliverti, Leiter der Sektion Erschliessung, Mitglied der Geschäftsleitung, Schweizerische Nationalbibliothek

Olivier Vogel, E-Medienspezialist, Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Martin Lüpold, Fachreferent Wirtschaftsgeschichte, Archivar SWA, Universitätsbibliothek Basel
Ladina Tschander, Stabsstelle Projekte, Stv. Projektleitung ‘Aufbau Universitätsbibliothek’, Hauptbibliothek der Universität Zürich

Bernhard Bertelmann, KB Thurgau

Wie viele andere der 2400 Besucherinnen und Besucher des Bibliothekartags (ja, er heisst immer noch so), verfolgte ich dieses Jahr die Vorträge im Homeoffice am Bildschirm. Ein grosser Nachteil bei dieser Form der Teilnahme ist, dass einer der Hauptzwecke des Bibliothekartags, nämlich die Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen sowie mit Firmen, nur sehr schwer möglich ist. Twitter kann ein Gespräch in der Kaffeepause oder beim gemeinsamen Abendbier nicht ersetzen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Verlockung noch grösser ist, parallel zu den Vorträgen Mails zu beantworten, zu telefonieren oder auch Sitzungen einzustreuen. So habe ich viel weniger Vorträge besucht als ich geplant hatte. Für den nächsten Bibliothekartag habe ich mir daher vorgenommen, mich so gut wie möglich aus dem Alltag auszuklinken, damit der Kopf frei ist für neue Ideen.

Egal ob virtuell, hybrid oder physisch, die Fülle an Inspirationen und Anregungen, die an einem Bibliothekartag geboten werden, ist riesig gross. Jeweils am Schluss des Bibliothekartags versuche ich deshalb, die Informationsflut auf drei bis fünf Erkenntnisse zu reduzieren. Aus Platzgründen beschränke ich mich hier auf eine einzige Erkenntnis.

Es gibt jedes Jahr einen Vortrag, in den man zufällig hineingerät, der sich dann aber zum persönlichen Highlight entwickelt. Dieses Jahr war es ein Beitrag der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit dem etwas sperrigen Titel «Die Bibliothek als Ereignis. Performative Nutzungsszenarien für wissenschaftliche Bibliotheken als Dritter Ort». In diesem Vortrag brachten es die Kolleginnen auf den Punkt, in welche Richtung sich (nicht nur wissenschaftliche) Bibliotheken entwickeln müssen und wo die Herausforderungen für die Personalführung liegen in einer Zeit, die hohe Ansprüche an Agilität und Flexibilität stellt und in der es immer schwieriger wird, Arbeitsort und Arbeitszeit zu definieren. Die dabei entstehenden Spannungsfelder müssen ständig austariert werden. Der zentrale Lösungsansatz liegt in der Partizipation (gegen innen und aussen), die von Bibliotheksleitung aber auch vom Personal eine entsprechen Haltung voraussetzt. Mit dem Kauf technischer Gadgets ist die Bibliothek noch lange kein Dritter Ort. Viel wichtiger sind die Haltung der Bibliotheksleitung gegenüber ihrem Personal und die Haltung des Bibliothekspersonals gegenüber ihren Kundinnen und Kunden.

Anne Konz, ZHB Luzern

Als «Vor-Ort-Delegierte» war ich unter den ca. 100 Teilnehmern und -innen des Bibliothekartags, die sich tatsächlich nach Bremen getraut haben. Deshalb möchte ich die formal-sozialen Aspekte des hybriden Formats betrachten.

Bremen ist aus Schweizer Sicht nicht gerade um die Ecke, doch die letzte Corona-Welle war gerade so weit abgeflaut, dass die Angereisten auch ohne aktuell-offiziellen Test teilnehmen durften. Mehr als 2000 virtuell Beteiligte wählten jedoch die mittlerweile gewohnte digitale Variante statt weite Wege auf sich zu nehmen und im Zweifel dann doch Reise und Hotel stornieren zu müssen.

Die Stadtbibliothek Bremen war an der Veranstaltung mitbeteiligt und stellte Arbeitsplätze zur Verfügung. Wegen der Corona-Lage durfte man zwar im Kongresszentrum einen Kaffee konsumieren, aber nicht die virtuellen Veranstaltungen am Laptop vor Ort mitverfolgen. So war ein Wechsel zwischen virtuellen Veranstaltungen und Vortragssälen erschwert. Es blieb die Möglichkeit, sich draussen im Freien einzurichten, in die 15 Minuten Fussweg entfernte Stadtbibliothek umzuziehen oder das Ganze doch komplett virtuell vom Hotelzimmer aus mitzuverfolgen. Da auch für die virtuellen Vorträge eine Höchstteilnehmerzahl festgelegt war (aus technischen Gründen?), entschied ich mich – weil ich ja den Vorteil, angereist zu sein, auch nutzen wollte – den tapfer vor leeren Stuhlreihen Referierenden Aufmerksamkeit und Applaus zu zollen. Stark besucht waren die Einführungsveranstaltung mit dem Bremer Bürgermeister und Senatspräsident Dr. Bovenschulte und eine lebendige Podiumsdiskussion zum diesjährigen «Hot Topic» Open Access und dessen Finanzierung in Deutschland. Die fähigen Moderatoren nutzten den Vorteil des hybriden Formats und banden sowohl Vor-Ort-TeilnehmerInnen als auch den virtuellen Chat geschickt ein und ermöglichten so eine lebhafte Diskussion. Allerdings kam eben diese Diskussion bei kleineren Themen insbesondere vor Ort gar nicht ins Laufen. Sehr gelitten hat auch das «Meet and Greet» in den Pausen, allein wegen der – trotz aller Bemühungen um virtuelle Treffpunkte – gegebenen Unübersichtlichkeit.

Was wird also aus zukünftigen grossen Kongressen, wenn sie – wie anzunehmen – weiterhin hybrid durchgeführt werden? Gerade bei nicht so zentral gelegenen Kongressorten wie Bremen werden doch Einige inhaltliche Inputs mitnehmen, aber Kosten und Mühen einer weiten Anreise scheuen. Dadurch könnte die Bedeutung als sozialer Treffpunkt und als Ort des informellen Austauschs am Rande der Konferenz stark abnehmen.

Christian Aliverti, SNB Bern

Trotz der durch die Pandemie verursachten, langsam aufkommenden Videokonferenz-Fatigue und Home-Office-Müdigkeit entschied ich mich zur Teilnahme am 109. Deutschen Bibliothekartag. Als regelmässiger Teilnehmer am Bibliothekartag profitierte ich immer wieder von den Vorträgen, den interaktiven Workshops und den sozialen Kontakten. Die Teilnahme in digitaler Form führte dazu, dass nur die Vorträge blieben. Die Zeit zwischen den Vorträgen nutzte ich im Home-Office für andere Arbeiten (ja es konnte sogar geschehen, dass ich während für mich weniger spannender Vorträge anderes tat und vielleicht dann doch etwas verpasste) – soziale Interaktion fand nicht statt. Das ständige Online-Sein im Kongress und in der Arbeit führt zu einer neuen Verdichtung der Arbeit und Arbeitszeit und hat die Gefahr der digitalen Überlastung und des digitalen Überdrusses in sich. – Noch trotze ich diesen Gefahren!

Vom Bibliothekartag pflücke ich eine Veranstaltung als Highlight heraus: «Audiovisuelle Ressourcen in Bibliotheken: Die AG AV Ressourcen des Standardisierungsausschusses stellt sich vor». Im Auftrag des Standardisierungsausschusses der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) erstellen Arbeitsgruppen Standards und Regeln zur Erschliessung. Die AG Audiovisuelle Ressourcen gab Einblick in ihre Tätigkeit. Institutionen mit verschiedenen Sammlungen und unterschiedlichen Aufträgen haben sich zusammengetan, um den Erschliessungs-Standard RDA im deutschsprachigen Raum für AV-Medien anwendbar zu machen. Nationalbibliotheken, Staatsbibliotheken, Landesbibliotheken, öffentliche Bibliotheken, Bibliotheksverbünde, Filmarchive, Fernseharchive, Tonarchive, Archive, Museen und Forschungseinrichtungen sind in dieser Arbeitsgruppe organisiert.

Die AG AV Ressourcen will in einem dynamischen und von rasanten medientechnologischen Entwicklungen gekennzeichneten Umfeld Standards, Arbeitshilfen und Schulungsmaterialien zur Katalogisierung von AV-Medien auf Grundlage der RDA und des Library Reference Model (IFLA LRM) erarbeiten bzw. weiterentwickeln. Die Präsentation am Bibliothekartag gab Aufschluss darüber, wie viele Aspekte es dabei zu berücksichtigen gilt: Renate Behrens (DNB) zeigte, wie die zahlreichen Arbeitsgruppen des Standardisierungsausschusses miteinander zusammenarbeiten und wie auch die AG AV Ressourcen ein wichtiges Teil ins Mosaik der RDA einbringt. Anna Bohn (Zentral- und Landesbibliothek Berlin) leitet die Gruppe und führte in die Ziele und Aufgabe der AG ein. Nadia Lai (Schweizerische Nationalbibliothek, Schweizerische Nationalphonothek) erläuterte die Aspekte der Mehrsprachigkeit bei der Katalogisierung. Einen Einblick in die Arbeit der Übersetzung der englischsprachigen RDA gab Ingeborg Töpler (DNB). Guido Bee (DNB) sprach über die Bedeutung und Funktion fachlicher Nachschlagwerke bei der Erschliessung, insbesondere der Normdaten. Identifikatoren und die Erfassung von Filmwerken in der Gemeinsamen Normdatei (GND) thematisierte Ines Kolbe (Deutsches Literaturarchiv Marbach). Die speziellen Anforderungen an die Katalogisierung der Musik in AV-Ressourcen stellte Christoph Steiger (Universität für Musik und Darstellende Künste Wien) dar. Es war eine insgesamt gut präsentierte und abwechslungsreiche Veranstaltung am Bibliothekartag, die einen tiefen Einblick in die Breite der Arbeit beim Erstellen von Erschliessungsregelwerken gab. Der Gruppe wünsche ich viel Erfolg bei Ihrer Arbeit. Ich hoffe, dass die Standardisierung nicht nur einen Beitrag zur Kostenersparnis und Arbeitsoptimierung bei der Katalogisierung der AV-Medien bringt, sondern auch die Recherchen für die Benutzerinnen und Benutzer vereinfachen wird.

Mehr zur Arbeit der AG AV Ressourcen findet sich auf dem Wiki der DNB. Die Folien der Veranstaltung sind auf OPUS hinterlegt.

Olivier Vogel, ZHB Luzern

Ich habe virtuell am DBT 2021 teilgenommen und besuchte als erstes die Veranstaltung «Auf dem Weg zu mehr Openness». Darin stellte Marcel Knöchelmann (University College London) die These vor, dass Forschungseinrichtungen die Transformation hin zu Open Science leider oft noch verkürzt betrachten. Die bisherigen Debatten und Aktionen konzentrieren sich zu sehr auf den Abbau von Zugangsbarrieren für LeserInnen. Oder Erfolge im Bereich Open Access werden fälschlicherweise als «moralische Transformation» interpretiert und so deren Bedeutung überhöht. Beides lenkt, laut dem Referenten, vom Wesentlichen dieser Transformation ab: Sie ist eine allumfassende Transformation des Forschungsprozesses selbst und deshalb sind auch Forschungsinfrastrukturen existenziell davon betroffen. Allerdings fehle es der Forderung nach mehr Openness in der Forschung noch an tatsächlicher kultureller Praxis. Mit dieser Aufgabe sieht er die wissenschaftliche Bibliothek betraut. Sie sei die ideale Institution, um einen Kommunikationsort für neue Diskurse und die Verknüpfung von unterschiedlichen Initiativen zu sein. Interessant war zu sehen, wie diese neue Rollenzuschreibung von verschiedenen Bibliotheken bereits implizit oder explizit umgesetzt wird. So stellte Juliane Stiller (You, We & Digital) vor, wie sie zusammen mit dem Open-Access-Büro Berlin das Projekt «Open Research Berlin» durchgeführt hat. Das dabei angewendeten Konsultationsverfahren zeigte, dass bei Forschenden bereits eine hohe Sensitivität für das Thema bestehe und konkrete Infrastruktur und Beratung begrüsst würden.

In unterschiedlichen weiteren Vorträgen konnte entdeckt werden, wie Bibliotheken diese Sensitivität bereits in einen tatsächlichen Dialog umsetzen. So stellte Doreen Siegfried (ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, im Folgenden ZBW) eine eindrückliche Marketingoffensive für Open Science an der ZBW vor. Mit dem aus dem Kampagnenmanagement entliehenen theoretischen Gerüst hat die ZBW ein digitales Open-Science-Magazin aufgebaut, das Worksheets, Interviews mit Forschenden, Erfahrungsberichte, Podcast und Testimonials bietet und Theorien der Openness-Bewegung anschaulich vermittelt. Laut Doreen Siegfried müssen die Bibliotheken «Zutaten und Rezeptvorschläge» für Open Science liefern, um der Forschungscommunity konkret weiterzuhelfen und sich sogleich als Expertinnen in Sachen Open Science positionieren zu können. Beworben werden die Inhalte des Open-Science-Magazins u.a. auch auf Sozialen Netzwerken.

Die Bedeutung, die Soziale Netzwerke (insbesondere Twitter) für den offenen Dialog zwischen Forschungscommunity und Bibliothek haben, wurde von Henriette Mehn (SLUB) und Achim Bonte (damals noch SLUB, jetzt Staatsbibliothek zu Berlin) in der Veranstaltung «Bibliotheksmarketing Digital» abermals betont. Die Kommunikationswege sind auf Twitter viel durchlässiger. Gerade deshalb investiere die SLUB in eigene, professionell betreute Twitter-Kanäle. Als Beispiel wurde der spontane Austausch zwischen einer Bibliotheksnutzerin, einem Professor der Universität Dresden und dem Bibliotheksdirektor der SLUB genannt. Ohne Twitter hätte es die Bibliotheksnutzerin nie geschafft, diese Personen an denselben «runden Tisch» zu bringen, der darüber hinaus noch offen eingesehen werden konnte.

Martin Lüpold, UB Basel

Ich «fahre» nicht regelmässig an den Deutschen Bibliothekartag. Meine erste und bisher einzige physische Teilnahme war 2017 in Frankfurt: Ein Riesenanlass mit riesig vielen Leuten in einem riesigen Kongresszentrum. In Erinnerung geblieben ist mir eine Zwischenstunde im Brentanobad, dem grössten Freibad Europas mit 200 Meter langem Becken.

Der diesjährige DBT bestand für mich aus dem Flickwerk einzelner Online-Sessions, verteilt über verschiedene Tage, eingebettet in den normalen Arbeitsalltag. Hier zwei Gedankenanstösse, die ich bekommen habe:

1. Digitalisierung betrifft nicht nur die IT-Abteilung: In einer Präsentation über die Automatisierung des Datenmanagements schlug Felix Lohmeier eine Arbeitsteilung zwischen BibliothekarInnen und IT vor – also zwischen den Leuten, die etwas von den Beständen und den Metadaten verstehen und denjenigen Leuten, die programmieren können. Das Programm OpenRefine erlaubt es, strukturierte Daten (Tabellen, Listen) zu bearbeiten, z.B. zu verändern oder mit Informationen aus der GND oder Wikidata anzureichern. Die Idee von Lohmeier war nun, dass ich als Bibliothekar die nötigen Bearbeitungsschritte in OpenRefine austüftle und einmal ausführe. Die History der Bearbeitungsschritte kann ich nun exportieren und als Code an die IT weitergeben. Die IT kann diesen Code z.B in ein Python-Skript einbauen. Nun ist es möglich, wiederkehrende Workflows per Knopfdruck zu erledigen, anstatt immer wieder dieselben Schritte manuell durchzuführen. Bedingung ist freilich, dass wir BibliothekarInnen mit Tools wie OpenRefine umgehen können, und dass die IT Zeit hat, sich mit solchen Workflows zu befassen. Und nicht zuletzt muss es möglich sein, solche angereicherten Daten ins Bibliothekssystem zu importieren.

2. Die Bibliothek wird zum Wohnraum: Ein Vortrag von Klaus Ulrich Werner zu Lernräumen fragte, was der Trend zum Co-Working-Space für die Bibliotheken bedeutet. Co-Working-Spaces stellen Arbeitsplätze für Freiberufler oder Startups zur Verfügung – alle machen ihre Arbeit, aber am selben Ort. Das ist günstiger und flexibler als ein eigenes Büro zu mieten. Ein typischer Co-Working-Space hat unter anderem ein Wohnzimmer, in dem ein Teppich liegt und vielleicht ein runder Tisch steht, sowie eine Bar als Treffpunkt. Bibliotheksnutzende kennen und schätzen solche Elemente zunehmend aus ihrer Berufs- oder Praktikumswelt. Solche Ergänzungen zu den klassischen Lernplätzen finden sich in Schweizer Bibliotheken noch selten. Aber sollen öffentliche Bibliotheken wirklich in dieses hartumkämpfte Immobiliengeschäft einsteigen? Eher können wir uns davon inspirieren lassen, um die Aufenthaltsqualität für unsere Benutzenden zu erhöhen.

Ladina Tschander, HBZ UZH Zürich

Ich habe es mir ganz fest vorgenommen – gekommen ist es, wie meistens bei Remote-Veranstaltungen, anders! Normalerweise steht dick und fett «Bibliothekartag» im Kalender: Keine Termine möglich. So praktisch es aber ist, Weiterbildungen online beizuwohnen, so gefährlich ist es, doch noch den einen oder anderen Termin anzunehmen. Die Falle war gross und schnappte über mir zu. Dennoch: Ich hatte noch meinen Plan, mein Login und den Willen, die eine oder andere Session noch anzuschauen.

Die drei, denen ich beiwohnte, waren alle sehr interessant. Einmal mehr war ich von der SLUB fasziniert. Ihren Bericht, wie sie Social Media einsetzen, inspirierte mich direkt, das Social-Media-Konzept der künftigen Universitätsbibliothek Zürich zu überarbeiten. Der Vortrag von Jena Nauber, Tom Schilling und Mirko Clemente (auch SLUBianer) zum neuen Sucheinstieg mit explorativer Suche hallt jetzt noch nach: M.E. ist es eine zentrale Frage, wie Bibliotheken die Suche optimal unterstützen und sich von der alles dominierenden Ein-Schlitz-Suche entfernen. Und zuletzt informierte ich meine Arbeitsgruppe für die Website der UB Zürich –  noch während Bodo Pohla von der Stadtbibliothek Köln deren Buchungssystem für Veranstaltungen präsentierte –, dass hier ev. eine Lösung für die UB-Kursdatenbank in Sicht sei.

Mit dem Schreiben dieser Zeilen stelle ich fest: Hätte ich mich diszipliniert und keine Termine angenommen, hätte ich sicher noch mehr Rosinen gefunden. Hätte, hätte Fahrradkette: Nächstes Jahr nehme ich vor Ort teil – komme da, was wolle!


Urs Müller – Vorstandsmitglied IG WBS

Diverses Deutscher Bibliothekartag

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