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GLAMhack 2021 – mehr als ein Event für Kulturdaten

26. Mai 2021 ·

Von Lothar Schmitt

Mittlerweile zum siebten Mal in Folge fand vom 16. bis 17. April 2021 der Schweizer GLAMhack statt. Organisiert wurde dieser Hackathon, bei dem sich alles um frei verfügbare Daten zu Kulturgütern dreht, dieses Jahr in einer Kooperation mit der ETH Bibliothek.

Hinter der Initiative der GLAMhacks steht die Arbeitsgruppe «OpenGLAM CH», die zum Verein «Opendata.ch» gehört. Einige Veranstaltungen im Vorfeld stimmten auf den Hackathon ein, darunter die OpenGLAM Workshop Night (13. April) und der Pre-Event am Vorabend des Hackathon (15. April), bei dem erfolgreiche Initiativen präsentiert wurden. Darunter das Open Museum zum Thema «Spanische Grippe» (https://open-museum.ch/) und das Projekt «Graph» (ETH Bibliothek und Institut gta), das die Wiederverwendung von Textpassagen in historischen Architekturtraktaten nachweisen kann (https://graph-rare-books.ethz.ch/#/home).

Natürlich fanden alle Veranstaltungen online statt. Positiv hervorzuheben ist dabei jedoch: Der GLAMhack 2021 wurde ausgesprochen professionell geplant und durchgeführt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit des erfahrenen Opendata-Teams mit der ETH Bibliothek zahlte sich aus, denn mit 75 Personen war die Zahl der aktiven Teilnehmer*innen diesmal wieder besonders hoch. Und auch die 17 bearbeiteten Projekte konnten sich wirklich sehen lassen. Nicht nur die Menge, sondern auch die anspruchsvolle Qualität war bemerkenswert. Im Folgenden können deshalb nur einige wenige Highlights herausgegriffen werden.

Aus dem Umfeld des OpenGLAM Teams kam zum Beispiel die nützliche Idee, Tutorials für die Verwendung von Wikidata durch Kulturinstitutionen auszuarbeiten. Die Umsetzung ist im Prinzip ganz einfach: Präsentationen mit gesprochenem Text in den Schweizer Landessprachen und in Englisch erklären die wichtigsten Funktionalitäten. Man kann die Präsentationen anschauen und als Anleitung zum Ausprobieren verwenden. In diesem Fall wäre es zu wünschen, wenn auch nach dem Hackathon am Projekt weitergearbeitet werden könnte.

Die ETH Bibliothek war selbst mit ambitionierten Projektideen dabei. Zum einen die Metadaten des Bildarchivs E-Pics mit dem parallel auf Wikimedia Commons verfügbaren Material aus dem ETH-Bestand abzugleichen und damit klären helfen, ob Daten aktualisiert werden müssen. Zum anderen der Versuch, ein Verfahren zu entwickeln, um mathematische Formeln zu erkennen, die bei OCR Probleme verursachen. Denn die ETH steuert zur Bibliotheksplattform e-rara naturwissenschaftliche Texte als Scans mit Volltext bei, in denen solche Formeln selbstverständlich eine wichtige Rolle spielen. In diesem Fall profitierte das Projekt vom Online-Format der Veranstaltung, denn am Coding beteiligte sich eine junge Programmiererin, die von der Ukraine aus am GLAMhack teilnahm.

Die Kulturdaten-Szene ist überschaubar und deshalb waren bekannte Akteure wie Thomas Weibel, Professor für Media Engineering in Chur und Bern, wieder mit von der Partie: In diesem Fall mit einer 3D-Bearbeitung der «Tabula Peutingeriana», mit der man die Schweiz zur Römerzeit bereisen kann. Das Ergebnis: Eine sauber umgesetzte und nutzbare Anwendung.

Mit einem spannenden Datenset nahm das Museum der Kulturen Basel teil und brachte gleich eine eigene Idee mit: In diesem Fall standen nicht die exotischen Objekte der Sammlung sondern die etwa 75.000 europäischen Sammlungsgegenstände im Fokus. Sie sind nicht nur über hundert Jahre lang gesammelt, sondern auch über einen langen Zeitraum katalogisiert worden. Hier zeichnete sich ab, wie herausfordernd es sein kann, mit heterogenem Datenmaterial zu arbeiten.

Zum Schluss sei noch auf einige besonders gelungene Projektideen hingewiesen:

Das Baugeschichtliche Archiv der Stadt Zürich präsentierte Daten und Aufnahmen des Fotografen Friedrich Ruef-Hirt, der grosse Teile Zürichs vor gut 100 Jahren dokumentiert hat. Unter dem Titel «A walk trough Zurich around 1910» wurde dieses Material so in ein 3D-Modell Zürichs integriert, dass man den Strassenzügen folgen und die historischen Fotos am Aufnahmeort sehen konnte. Mit Musik der Zeit unterlegt, funktionierte das Eintauchen in die Vergangenheit  überraschend gut.

Eine anspruchsvolle Aufgabe hatte sich das Team des Projekts «Making digitised scores audible» gestellt. Die Idee kam vom ZB Lab der Zentralbibliothek Zürich und entspricht einem Traum, den sicher jeder nachvollziehen kann: Wäre es nicht schön, Musiknoten von einer Software automatisch erkennen und in Töne umwandeln zu lassen. Was im Prinzip technisch durchaus machbar ist, erfordert in der Umsetzung heute noch grosse Anstrengungen. Aber der Workflow konnte im Rahmen des GLAMhack ausgearbeitet werden und was als Lohn der Mühe zu hören war, konnte durchaus überzeugen.

Dass es nicht unbedingt um komplizierte Technik, sondern auch um überzeugende Konzepte gehen kann, zeigt das bereits im Vorfeld recht ausgereifte Projekt «heARTful – Art & Emotions. Dicovering artworks through emotions». Die bestechende Idee: Jeder, der Kunstwerke sieht, auf denen Menschen dargestellt sind, kann intuitiv deren Gefühle einschätzen. Darauf baut die App auf, indem sie Nutzer*innen fragt, ob sie in den Bildern Furcht oder Ärger, Freude oder Überraschung usw. erkennen. Die App sammelt die Reaktionen und macht so nach und nach plausibel, wie sich Emotionen in Mimik und Gestik widerspiegeln.

Ein eindrückliches Projekt stellte Birk Weiberg vom Schweizer Archiv der Darstellenden Künste (SAPA) vor: Umfassende Interviews mit der Tanzkritikerin und -historikerin Ursula Pellaton wurden nicht nur als Video aufgezeichnet, sondern auch im Wortlaut transkribiert. Der Clou des Projekts «The Pellaton Experience. Turning oral history into an interactive information network» war es, den Text der Interviews durchsuchen und dabei jeweils an die passende Stelle im Video springen zu können. Ein wertvolles Instrument um das wichtige Forschungsfeld der Oral History leichter anwenden zu können und mit der Möglichkeit für präzise Nachweise von Aussagen zu bereichern.

Der GLAMhack 2021 ist – wie gewohnt – sehr gut dokumentiert. Wer sich informieren möchte, findet alles wichtige unter anderem hier: http://make.opendata.ch/wiki/event:2021-04

Technologie und Innovation GLAMhack

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