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Workshop „Präsentation und Körpersprache: Der überzeugende Auftritt“ mit Beatrice Müller (29. August 2019)

5. September 2019 ·

Wie gelingt der überzeugende Auftritt? Angetrieben von dieser Frage nahmen am 29. August 2019 rund fünfundzwanzig Mitglieder der IG WBS an einem Workshop teil – geleitet von keiner Geringeren als der ehemaligen Tagesschau-Moderatorin Beatrice Müller.

Workshop-Leiterin Beatrice Müller vermittelte an diesem Nachmittag an der Fachhochschule in Olten nicht nur die Theorie des überzeugenden Auftritts, welche die meisten Anwesenden in unzähligen anderen Kursen schon gehört hatten, sondern festigte sie durch Beispiele, Diskussionen und praktische Übungen. Der Workshop sollte die Teilnehmenden für die Eigenheit eines Auftritts vor grossem oder kleinem Publikum sensibilisieren. Schliesslich ist jede Begegnung mit einem anderen Menschen ein Auftritt.

Beatrice Müller ist Kommunikations-Expertin und kann auf 30 Jahre Erfahrung als Journalistin, Reporterin und Produzentin und zurückblicken. 2013 machte sie sich selbstständig, gründete die Kommunikations-Agentur authentic communication und ist nun als Medien- und Auftrittstrainerin sowie als Gastdozentin an Universitäten und Fachhochschulen tätig.

Das Sandkorn im Getriebe

Anhand eines einfachen Beispiels führte uns Beatrice Müller gleich zu Beginn des Workshops die Schwierigkeit der nonverbalen Kommunikation wortwörtlich vor Augen. Während eines Vortrags bleiben im Durchschnitt 80 Prozent der Aufmerksamkeit der Zuhörenden bei der Rednerin, während die restlichen 20 Prozent sich mit anderweitigen Themen beschäftigen.

Kommt ein zusätzlicher „Aufmerksamkeitsdieb“ hinzu, wird – wenn überhaupt – nur noch ein Bruchteil des Inhalts eines Referats aufgenommen. Beatrice Müller zeigte diese Problematik anhand eines aus ihrem Rock hängenden Post-It-Zettels auf. Der Mehrheit des Publikums war dieser Zettel aufgefallen und die Gedanken konzentrierten sich statt auf den Inhalt des Vortrags auf Fragen wie „Sollte man sie auf den heraushängenden Zettel hinweisen? Wie sollte man dies tun? Merkt sie es selbst? Wie kann eine Spezialistin und professionell gekleidete Referentin sich einen solchen Fauxpas erlauben? Sollte man ihr raten den Waschsalon zu wechseln?…“

Hat sich erst ein Sandkorn wie ein gelber Post-It-Zettel in das Gedankentriebwerk eines Hörers verirrt, dann bleiben die Räder und damit das ganze Getriebe stehen. Deshalb muss die Aufmerksamkeit der Hörerinnen und Hörer immer wieder neu eingefangen werden, so wie ein Cowboy seine Kälber mit einem Lasso einfängt.

First impression

Eine Zehntelsekunde dauert der erste Eindruck, den wir uns von unserem Gegenüber machen. Und dieser erste Eindruck wird in den meisten Fällen später nicht widerlegt, sondern vertieft. Sollte es sich um eine wichtige Besprechung wie um ein Vorstellungsgespräch oder die Präsentation eines Projekts, etc. handeln, dann muss stark auf den ersten Auftritt geachtet werden.

Als Training bietet sich die Spiegelübung an: Bitten Sie eine Kollegin oder einen Kollegen, Ihnen ein Feedback zu geben – neutral, ohne Wertung, wie ein Spiegel oder eine TV-Kamera, beispielsweise nach einer Sitzung oder einem Vortrag: Wie wirke ich? Was fällt auf? Was lenkt ab? Damit werden Sie sich Ihrer Besonderheiten bewusst und können allenfalls daran arbeiten. Diese Übung eignet sich auch für Unternehmen zur Stärkung des Teamzusammenhalts.

„… how you made them feel.“

Die amerikanische Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou sagte einst treffend: „I’ve learned that people will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.“

Nicht die Worte, die man sagt, nicht die Handlungen, die man macht, sondern die Gefühle werden Ihren Zuhörenden in Erinnerung bleiben. Übertrieben ausgedrückt muss man mit dem Publikum flirten. Denn das Persönliche und Emotionale, das was einen berührt, bleibt im Gedächtnis.

Haselnüsse und Kernbotschaften

Das Thema einer Präsentation sollte gemäss Beatrice Müller einfach und verständlich kommuniziert werden, damit es vom Publikum aufgenommen werden kann: wenige klare Botschaften, welche einzeln ausgearbeitet und präsentiert werden. Das setzt voraus, dass der Redner seine Kernbotschaften kennt und seine Rede dementsprechend gestaltet, schliesslich ist das Erkennen des Kerns nicht Aufgabe des Zuhörers, sondern des Vortragenden.

Beatrice Müller präsentierte ihre Botschaften übrigens nicht nur, sie lebte sie: direkter Blickkontakt mit jeder und jedem Einzelnen im Publikum, eine klare Sprache, eine modulierte Stimme. Wichtige Inhalte verstärkte sie mit Visualisierungen, beispielweise brachte sie zur Veranschaulichung des Themas „Kernbotschaften“ Haselnüsse mit.

Körperübungen

Und Beatrice Müller versetzte das Publikum in Aktion. Wir probierten die geeignete Körperhaltung für einen überzeugenden Auftritt aus: Arme nicht hängen lassen, die Körperhaltung bleibt aufrecht, was sich mit der altbekannten Scheitel-Schnur-Methode üben lässt.

Als Vortragender muss man den Raum beherrschen und sich nicht von diesem beherrschen lassen. Das Podium soll in seiner ganzen Fläche genutzt werden. Statt statisch an einem Ort stehen zu bleiben, kann der Raum durchschritten werden. Die Bewegung bringt Spannung, unterstützt den vorgetragenen Text und lässt die ermüdeten Hörer wieder wach werden. Ein Rat der Spezialistin: Kennt man den Vortragsraum noch nicht, dann ist ein vorangehender Besuch und das Abschreiten der Bühne empfohlen.

Kaltes Wasser – kühles Bier

Gestärkt durch Kaffee und köstliche Süssigkeiten diskutierten die Teilnehmenden im zweiten Workshopteil in vier Gruppen verschiedene Themen im Zusammenhang mit dem überzeugenden Auftritt und stellten die Verbindung zu ihrem Alltag her.

Und dann wurden die vier Frauen aus dem Vorstand der IG WBS gleich ins kalte Wasser geworfen. Sie mussten nämlich die Gespräche vor dem Plenum präsentieren und wurden dabei auch noch gefilmt. Das Publikum war ihnen zum Glück gnädig gestimmt, so dass die anschliessende Videoanalyse nicht so schmerzhaft war wie befürchtet. Das kühle Bier beim Apéro tat danach aber besonders wohl.

September 2019
Catrina Dummermuth und Maria Solovey, Vorstandsmitglieder IG WBS

Management und Leitung IGWBS-Veranstaltung, Soft Skill

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