März 2017
Einrichtung: Zentralbibliothek Zürich
Funktion: E-Medien-Spezialist der Abteilung Turicensia
Ausbildung: lic. phil. (Universität Zürich), MAS-IS (HTW Chur)
Wie kamen Sie ins Bibliotheks- und Archivwesen?
Während meines Studiums an der Universität Zürich (Italienische Literatur- und Sprachwissenschaft, Allgemeine Geschichte, Mittellatein) bot sich mir die Möglichkeit, in der Bibliothek des Romanischen Seminars zuerst als Hilfskraft und später als Bibliothekar zu arbeiten. Das war für mich eine hervorragende Gelegenheit, eine Hochschulbibliothek von innen kennenzulernen und es gefiel mir. Nach meinem Abschluss entschied ich mich, einen Master of Advanced Studies in Information Science an der HTW Chur zu absolvieren. Neben der bibliothekarischen Zusatzausbildung konnte ich in dieser Zeit im Schweizer Literaturarchiv in Bern wertvolle Erfahrungen auch im archivarischen Bereich sammeln und lernte beide Welten, die der Bibliotheken und die der Archive, zu schätzen.
Was sind Ihre heutigen Aufgaben?
Die Abteilung Turicensia der Zentralbibliothek Zürich nimmt den kantonalen Sammelauftrag wahr, d.h. sie sammelt, erschliesst, bewahrt und vermittelt Medien aller Art zu Geschichte, Kultur und Landeskunde von Stadt und Kanton Zürich. Meine Aufgaben als E-Medien-Spezialist betreffen die Sammlung und die Vermittlung von elektronischen Medien im Rahmen dieses Sammelauftrages.
Was ist das Einzigartige an Ihrer derzeitigen Arbeitsstelle?
Das Sammeln und Vermitteln von elektronischen Medien für Turicensia stellt eine spannende, aber auch herausfordernde Tätigkeit dar. Einerseits wegen der enormen Vielfalt an E-Medien, wie E-Books, einzelne Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, graue Literatur, Blogs, Videos usw., die für den Kanton und die Stadt Zürich als sammelrelevant zu betrachten sind. Andererseits wegen den technischen Hürden, für die Lösungen zu finden sind, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Aufgabe, die gesammelten E-Medien langfristig zur Verfügung zu stellen. Dabei ist zu beachten, dass eine Kantonsbibliothek breite Teile der Bevölkerung ansprechen soll, was verlangt, dass ein niederschwelliger Zugang zu diesen E-Medien konzipiert und realisiert werden muss, unterstützt von gezielten Arten der Vermittlung dieser Inhalte.
Was darf an Ihrem Arbeitsplatz nie fehlen?
Ein leistungsfähiger Computer und ein in der Höhe verstellbares Arbeitspult, weil ich beim Arbeiten gerne zwischen Sitzen und Stehen abwechsle.
Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders wichtig?
Eine ständige Weiterbildung; Augen offen halten für die neusten Trends in der digitalen Welt und in der Vermittlung; ein für Neuigkeiten offenes Arbeitsklima.
Was war der beste berufliche Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Networking ist in dieser relativ kleinen bibliothekarischen Welt sehr wichtig.
Was sind Ihre bevorzugten Informationsquellen, um in beruflicher Hinsicht auf dem Laufenden zu bleiben?
Fachzeitschriften, Blogs, Tagungen und nicht zuletzt der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.
In welchen Sozialen Netzwerken sind Sie unterwegs?
Facebook für private Kontakte und Twitter.

