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100 Tage Bibliothek Zug

5. April 2016 ·

Info WBS 06, 2016

Pia Rutishauser leitet die Bibliothek Zug. Sie sieht in der Zwitterstellung der Bibliothek als Kantonsbibliothek wie auch als allgemeine öffentliche Bibliothek Chancen.

Pia Rutishauser
Pia Rutishauser

In den letzten 15 Jahren war ich – abgesehen von einem zweijährigen Abstecher an die Bündner Kantonsbibliothek – immer in der Leitung einer öffentlichen Bibliothek tätig.

Bis vor kurzem ging es bei den öffentlichen Bibliotheken vor allem um die Steigerung der Ausleih-, Besucher- und Veranstaltungsteilnehmerzahlen. Seit das Gros des Bibliotheksangebots auch digital, zu einem Teil auch kostenlos übers Internet zugänglich ist, mussten sich diese neu erfinden.

Der Aufschrei der öffentlichen Bibliotheken nach dem Ball’schen Verdikt in der NZZ am Sonntag vom 7.2.2016 macht deutlich, wie wenig es bisher gelungen ist, den gesellschaftlichen Nutzen von Bibliotheken in der Öffentlichkeit zu verankern.

Zukunftsweisendes Modell

Seit ungefähr 100 Tagen leite ich eine Kantonsbibliothek, die sowohl öffentliche Bibliothek für die Stadtbevölkerung als auch Regional-, Studien-, und Kantonsbibliothek für alle Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Zug ist. Sie ist damit eine Art Zwitter und dies ist meiner Meinung nach das Interessante und Zukunftsweisende des etwas in die Jahre gekommenen Modells Kantonsbibliothek.

Als Stadtbibliothek ist auch die Bibliothek Zug schleichendem Nutzer- und Besucherschwund ausgesetzt, trotz attraktivem Bestand, atmosphärischem Raum und hoher Kundenorientierung. Die Neuausrichtung auf weitere Zielgruppen und ein auf mittelfristige Ergebnisse ausgerichtetes Entwicklungskonzept haben vermehrt die Vermittlung von Kompetenzen zum Ziel und weniger den Ausbau des Bestandes.

Mit dem sorgfältig ausgewählten Freihandbestand von 100‘000 Medien will die Bibliothek ihren Nutzerinnen und Nutzern in erster Linie freien Zugang zu Informationen ermöglichen. Mit Selektion schaffen wir Relevanz und Orientierung und tragen so dazu bei, dass unsere Nutzerinnen und Nutzer in ihrem Lebensalltag bessere Entscheidungen treffen können.

Suchen, Bewerten und Verwerfen von Informationen im Internet soll in der Bibliothek gelernt und geübt werden können. Voraussetzung dazu ist der Zugang zu moderner Hardware (Tablets, E-Book-Reader, Laptops usw.), zu einem öffentlichen Internetzugang und zu moderner Software zum Scannen, Drucken und Skypen. Eine angenehme Lernumgebung erhöht die Konzentration, freundliche Bibliothekarinnen und Bibliothekare die Motivation und Ausdauer.

Im Gegensatz zu vielen Stadtbibliotheken kann eine Stadt- und Kantonsbibliothek, die ihre Diversität bewusst lebt und sich in der Rolle als Exotin wohl fühlt, nur profitieren. Sie versorgt die interessierte Bevölkerung mit Literatur und Information, macht zusätzlich ausgewählte, spezifische Inhalte zugänglich und vermittelt gleichzeitig Kompetenzen zum Auffinden und Bewerten von digitalen Inhalten. Dieses bibliothekarische Aussenseitertum kann ein erfolgreiches Wirken und damit Überleben garantieren.

Bewegung in der kantonalen Bibliothekslandschaft

Nach etwas mehr als 100 Tagen im Amt glaube ich zu wissen, dass die von Stadt und Kanton gemeinsam finanzierte Bibliothek Zug die wegweisende Lösung für das Fortbestehen von reinen Kantonsbibliotheken ist. St. Gallen hat den ersten Schritt in diese Richtung gemacht. Seit einem Jahr präsentieren die Kantonsbibliothek Vadiana und die Stadtbibliothek St.Gallen im Provisorium des Hauptpost-Gebäudes einen Teil ihrer Bestände gemeinsam.

Die Kantonsbibliothek Aargau hingegen ging anfangs Jahr in der Organisation „Bibliothek und Archiv Aargau“ auf und verschwand damit von der Bibliothekskarte. Wohin sich die Kantonsbibliothek Graubünden entwickeln will, bleibt abzuwarten. Ich bin zuversichtlich, denn mein Heimatkanton ist immer wieder für eine Überraschung gut!

Website der Bibliothek Zug

Management und Leitung Kantonsbibliothek, Öffentliche Bibliothek

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